Anti-Terror-Razzia: Kein Sprengstoff-Fund auf Baustelle

Polizisten nehmen einen Mann fest.

Anti-Terror-Razzia: Kein Sprengstoff-Fund auf Baustelle

  • Wohnungen in Düren und Köln durchsucht
  • Kein Anfangsverdacht für eine Straftat
  • Hauptverdächtige sind als islamistische Gefährder bekannt

Bei der neuerlichen Durchsuchung einer Baustelle in der Kölner Innenstadt wurde kein Sprengstoff gefunden. Das gab die Polizei am Donnerstagabend (18.07.2019) bekannt. Bei einer ersten Durchsuchung hatte in dem Gebäude noch ein Sprengstoffspürhund angeschlagen. Die beiden auf der Baustelle angetroffenen Mitarbeiter sind wieder auf freiem Fuß.

Keine Hinweise auf konkreten Anschlagsort

Am Donnerstagnachmittag hatte Innenminister Herbert Reul (CDU) Einzelheiten zu der Anti-Terror-Razzia bekanntgegeben, die in den Morgenstunden im Kreis Düren und Köln stattgefunden hatte. Dabei habe es im Vorfeld keinen Anfangsverdacht für eine Straftat gebe, so Reul. Die Polizei habe vor der Razzia "keine Hinweise auf einen konkreten Anschlagsort, keine Hinweise auf eine konkrete Anschlagszeit und keine Hinweise auf eine konkrete Anschlagsart" gehabt.

Es habe aber Hinweise gegeben, dass die in Gewahrsam genommenen Personen "möglicherweise einen Terroranschlag planen könnten". Mit den Durchsuchungen sollten deshalb weitere Erkenntnisse gewonnen und Beweismittel gefunden werden.

Sieben Objekte durchsucht

In Düren und Köln waren am Donnerstagmorgen gegen 4 Uhr Spezialeinheiten der Polizei in Düren und Köln angerückt. Die Beamten durchsuchten nach Angaben Reuls sieben Wohnungen und Arbeitsstätten. Dabei seien Datenträger, 20 Mobiltelefone, Baseballschläger und Messer sichergestellt worden.

Die beiden in Düren in Gewahrsam genommenen Hauptverdächtigen waren nach Angaben Reuls bereits als islamistische Gefährder bekannt - der 21-jährige deutsche Konvertit Timo R. seit einem Jahr, der 30-jährige deutsch-libanesische Konvertit Wael C. seit 2013. Als Gefährder werden potenzielle Terroristen von den Sicherheitsbehörden eingestuft.

Wael C. soll am vergangenen Sonntag in die Wohnung von Timo R. gezogen sein. Beide sollen engen Kontakt zu weiteren Personen aus der radikal-islamistischen Szene in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Berlin haben.

Ursprünglich sechs Personen in Gewahrsam genommen

Bei der Razzia waren ursprünglich sechs Personen in sogenannten Unterbindungsgewahrsam genommen. In solchen Fällen dürfen Verdächtige zwei Wochen festgehalten werden (plus nochmal zwei Wochen), wenn eine schwere Straftat droht - zum Beispiel ein Terroranschlag. Ein Richter muss zustimmen.

Stand: 19.07.2019, 09:40