Polizisten sichern die Automaten in einem Wettbüro.

Clan-Kriminalität: 18 Haftbefehle nach 24-Stunden-Razzia in NRW

Stand: 13.03.2022, 14:50 Uhr

Illegales Glücksspiel, Geldwäsche und Betrug: Im Kampf gegen Clan-Kriminalität hat die NRW-Polizei mit rund 1.500 Polizisten Razzien in Ruhrgebiet und Rheinland durchgeführt. Dabei gab es 18 Haftbefehle und 27 vorläufige Festnahmen.

Die Ermittler führten 24 Stunden lang in vielen Städten des Ruhrgebiets im Einsatz Razzien und Kontrollen durch - zum Beispiel in Essen, Duisburg, Kleve, Mülheim, Bochum, Herne, Hattingen, Dortmund, Gelsenkirchen und dem Rhein-Sieg-Kreis. Die Bilanz: 18 Haftbefehle, 27 vorläufige Festnahmen und mehr als 140 Strafanzeigen.

Außerdem schrieben die Beamten rund 800 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten und verhängten mehr als 850 Verwarngelder. Bei den Durchsuchungen ging es um eine ganze Reihe von möglichen Delikten wie Geldwäsche oder illegales Glücksspiel.

Reul: Razzia mit Symbolkraft im kriminellen Clan-Milieu

In diesen 24 Stunden haben wir viele, teils auch neue Betätigungsfelder der kriminellen Clans unter die Lupe genommen", so NRW-Innenminister Herbert Reul am Sonntag, „Ich bin sicher, dass dieser 24-Stunden-Marathon im kriminellen Clan-Milieu Symbolkraft hat, weit über den heutigen Tag hinaus." Man wolle nun weiter dranbleiben.

Betrug durch manipulierte Spielautomaten

Bei den Dursuchungen spürten die Ermittler auch 35 illegale Spielautomaten auf. Durch solche manipulierte Geräte könnten nicht nur Umsätze verschleiert, sondern auch Spieler betrogen werden, erklärte ein Polizeisprecher gegenüber dem WDR. "Ein Automat kann auch so manipuliert sein, dass der Spieler nicht gewinnen kann oder dass er falsche Umsätze anzeigt."

Dazu stellten die Beamten mehr als 100.000 Euro Bargeld, vier Messer und rund 60 Kilogramm unversteuerten Tabak sicher. Zwölf Betriebe schlossen die Behörden aus gewerberechtlichen Gründen sofort.

Auch Raser- und Poserszene im Visier

Mit zusätzlichen Verkehrskontrollen prüfte die Polizei außerdem, wer welche Autos nutze. Denn Kriminelle würden zur Tarnung häufig Wagen fahren, die auf völlig andere Menschen zugelassen seien, so der Sprecher. Aber auch die Raser- und Poserszene nahmen die Behörden bei Verkehrskontrollen unter die Lupe und stellten neun Autos sicher.

Mehr als tausend Polizisten im Einsatz

Bei der 24-stündigen Aktion waren rund 1.500 Polizisten im Einsatz. Unterstützt wurden sie von rund 300 Mitarbeitern anderer Behörden wie dem Zoll, der Steuerfahndung und kommunalen Behörden.