Militärabschirmdienst ermittelt gegen Bundeswehroffizier in Aldenhoven

Nach der Razzia bei einem Bundeswehroffizier in Aldenhoven ermittelt auch der Militärgeheimdienst MAD. Bei der Hausdurchsuchung hatten Ermittler ein Kriegswaffenlager entdeckt.

Das Verteidigungsministerium berichtet, dass bei dem 32-Jährigen neben Kriegswaffen auch streng vertrauliche Papiere von Nachrichtendiensten gefunden wurden. Der Offizier ist Mitglied einer Bundeswehreinheit, die auch für die militärische Abwehr zuständig ist. Er sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.

Außerdem besaß der Verdächtige kommunistische Literatur. Die bei der Razzia am 12.Oktober 2021 sichergestellten Waffen sollen nach ersten Erkenntnissen aus Ostblock-Beständen stammen.

Waffen nicht aus Bundeswehrbestand

Der Soldat sei im Verantwortungsbereich des Einsatzführungskommandos tätig, so das Ministerium. Erste Bewertungen hatten ergeben, dass die sichergestellten Waffen und die Munition nicht aus Bundeswehrbeständen stammen.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt erklärte, alles, was sichergestellt worden sei - also Schusswaffen, Granaten, Minen, Chemikalien und Dokumente - werden jetzt untersucht und ausgewertet.

Aufgefallen war der Mann, weil er ein Postpaket mit Schalldämpfern aufgegeben hatte. Deshalb wurde ein Verfahren eingeleitet und einen Durchsuchungsbefehl bei ihm zuhause erwirkt.

Waffen vorsorglich gesprengt

Bei der Durchsuchung in einem Aldenhovener Neubauviertel stießen die Fahnderinnen und Fahnder nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf größere Mengen an Waffen und Granaten. Es seien Gegenstände aufgetaucht, die möglicherweise gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen. Einige mussten sofort am Haus des 32-Jährigen vorsorglich gesprengt werden.

Der Staatsanwaltschaft zufolge ist bei dem Mann derzeit kein politischer Hintergrund für das Waffenlager erkennbar.