Mode 68. Mini, sexy, provokant

Mode 68. Mini, sexy, provokant

Die Ausstellung im LVR-Industriemuseum Textilfabrik Cromford in Ratingen zeigt, wie sich die Kleidung in den 1960er und frühen 1970er Jahren wandelte.

Mode der 60er

Nicht alles, was die Modewelt der ausgehenden 60er und Anfänge der 70er hervorbrachte, war rebellisch. Vieles war einfach nur elegant, konventionell und korrekt. Wer Business machte, kleidete sich auch gerne mit Schlips und Kragen. Allerdings wurde es auch in den Büros sehr bald liberaler, was die Kleiderordnung betrifft. Denn die junge und kaufkräftige Generation wollte und konnte sich nicht mehr mit der spießigen Mode ihrer Eltern und Chefs identifizieren.

Nicht alles, was die Modewelt der ausgehenden 60er und Anfänge der 70er hervorbrachte, war rebellisch. Vieles war einfach nur elegant, konventionell und korrekt. Wer Business machte, kleidete sich auch gerne mit Schlips und Kragen. Allerdings wurde es auch in den Büros sehr bald liberaler, was die Kleiderordnung betrifft. Denn die junge und kaufkräftige Generation wollte und konnte sich nicht mehr mit der spießigen Mode ihrer Eltern und Chefs identifizieren.

Fast alle Mode-Ikonen dieser Zeit in einem Blickfang: Bluejeans, durchsichtiger No-Bra-Bra, Hot-Pants und Co. Vor allem der Minirock war Ausdruck dieser Mode-Epoche. Bis Ende der 60er Jahre hatte er sich durchgesetzt. Jahr für Jahr war er kürzer geworden, bis die Pobacken ansatzweise hervorblitzten, und man die Unterwäsche sehen konnte. Da das nach wie vor als unanständig galt, waren die Hot-Pants die Lösung. In ihnen konnten die Trägerinnen immer noch viel Bein zeigen, sich aber gleichzeitig unbeschwerter bewegen.

Einige Modehäuser ließen sich von dem Trend zur Jugendlichkeit inspirieren. Zum Beispiel Paco Rabanne. Er experimentierte mit anderen Materialien. In der Ausstellung ist eine Metallweste von ihm zu sehen. Neben Yves Saint Laurent und Pierre Cardin gehörte er zu den Großen der Haute Couture, die nicht mehr nur auf die Traditionen setzten.

"Swinging London" war für die Mode der 60er und 70er eine großartige Stadt. Der Schmelztiegel aus Sub-, Pop- und Beat-Kultur brachte eine junge Generation äußerst kreativer Modedesigner hervor. Inspiriert von der Kunst Roy Lichtensteins und Andy Warhols wurden poppige und extravagante Kleider erfunden.

Natürlich ließ sich die Mode dieser Zeit auch von äußeren Einflüssen inspirieren. Zum Beispiel von Filmen. Schauspielerin Ursula Andress legte 1962 einen legendären Auftritt als James-Bond-Girl hin: der elfenbeinfarbene Bikini mit breitem Gürtel als erotische Offenbarung. Gleichzeitig war er Inbegriff der selbstbewussten und modernen Frau. Ihr Bikini wurde zum meistkopierten Klassiker der Bademoden.

Alle Künste beeinflussten sich in den 60er und 70ern gegenseitig. Die Musik hatte großen Anteil an der Mode-Entwicklung und umgekehrt. Die Beatles in England und Gruppen wie Manfred Mann wurden in Jugendzimmern am liebsten auf Plattenspielern gehört. Sie gehörten einfach zum guten Ton dieser Generation. Die Ausstellung zeigt auch Plattencover von vielen anderen Bands dieser Zeit. Darunter Led Zeppelin, Franz Zappa, Deep Purple und natürlich die legendären Düsseldorfer Elektro-Pioniere von Kraftwerk.

Farben, Farben, Farben - wo das Auge hinschaut. Die Besucher werden fast erschlagen von der Buntheit dieser Zeit. Erlaub war alles, was grell war und Aufmerksamkeit versprach. Auch in der Farbzusammensetzung kannten die Modemacher kaum eine Grenze. Die grüne Bluse mit knallgelben und orangenen Punkten und Flecken ist ein Paradebeispiel dafür.

Das Familienleben litt in den ausgehenden 60er-Jahren unter der rebellierenden Jugendbewegung. Denn die Abnabelung der Kinder von ihren Eltern störte die Harmonie. Die langen Haare der heranwachsenden Jungen sorgten für Zoff zwischen den Generationen. Trotzdem traf sich die Familie Ende der 60er gerne im heimischen Wohnzimmer, um gemeinsam fernzusehen.

Stand: 26.10.2018, 15:32 Uhr