Warum es Streit über neue Rastanlagen gibt

Voller LKW-Parkplatz

Warum es Streit über neue Rastanlagen gibt

  • Aktionsbündnis gegen neue Rastanlage an der A1 in Leverkusen
  • Lastwagen-Verkehr nimmt zu
  • Gelände liegt im Landschaftsschutzgebiet

In Leverkusen haben am Sonntag (08.09.2019) rund 3.500 Menschen gegen neue Rastanlagen an der Autobahn 1 in Leverkusen und Burscheid protestiert. Sie fühlen sich schon jetzt durch den Lärm beeinträchtigt.

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Warum sind zusätzliche Rastanlagen nötig?

Nach Ansicht des Landes decken sich die bisherigen Angebote nicht mehr mit dem tatsächlichen Bedarf. In den kommenden Jahren werde der Verkehr weiter zunehmen, heißt es. Dabei müssten Lkw-Fahrer die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten einhalten können. Andernfalls steige das Unfallrisiko.

Aktuell gibt es landesweit rund 320 bewirtschaftete und unbewirtschaftete Rastanlagen. Dort ist Platz für 7.100 Lkw.

Warum werden die Rastanlagen nicht woanders gebaut?

In den vergangenen Jahren sind sukzessive neue Stellplätze dazu gekommen. Allein 2018 kamen 352 neue Lkw-Parkplätze hinzu. In Leverkusen und Burscheid soll es 50 Lkw-Parkplätze und 30 Pkw-Parkplätze geben.

Die mit der Planung beauftragte Firma Deges hat den gesamten Streckenabschnitt zwischen den Autobahnkreuzen Leverkusen und Wuppertal-Nord geprüft. Dabei kamen zunächst neun Standorte für beide Richtungen infrage.

Für die gewählten Standorte Leverkusen-Lützenkirchen in Richtung Dortmund und Burscheid (Dürscheid-Hahnensiefen) in Richtung Köln sprachen laut Landesverkehrsministerium die Entfernung zu den nächsten Rastanlagen, Umweltgesichtspunkte und Wirtschaftlichkeit. Im Gutachten wurde das Konfliktrisiko für die Standorte eigentlich als gering bis mittel eingestuft.

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Das Aktionsbündnis "LEVkontraRaststätte" hat ein Gewerbegebiet in Köln-Niehl als Standort vorgeschlagen. Dieser sei aber nicht weiter beachtet worden, heißt es beim Bündnis.

Das Gebiet liegt in einem Landschaftsschutzgebiet. Darf hier einfach gebaut werden?

Landschaftsschutzgebiete haben grundsätzlich weniger strenge Ausweisungskriterien als Naturschutzgebiete. Häufig werden Landschaftsschutzgebiete als Puffer für Naturschutzgebiete genommen. Eine Bebauung ist auf beiden Gebieten grundsätzlich nicht erlaubt. Für Landschaftsschutzgebiete können aber Ausnahmegenehmigungen erteilt werden.

Als Gründe dafür zählen zum Beispiel ein öffentliches Interesse, darunter sozialer oder wirtschaftlicher Art. Andernfalls kann mit einer unzumutbaren Belastung argumentiert werden, wenn die Vorschriften eingehalten werden müssen.

Nicht nur in Burscheid und Leverkusen gibt es Proteste. Auch in Dortmund-Lichtendorf wehren sich Anwohner gegen den geplanten Ausbau eines Rastplatzes auf der A1.

Stand: 08.09.2019, 16:49