Aaron Opoku

Spielabbruch beim MSV Duisburg: Welle der Solidarität nach Rassismus-Eklat

Stand: 19.12.2021, 19:31 Uhr

Nach dem Abbruch des Drittligaspiels MSV Duisburg gegen VfL Osnabrück, weil ein Zuschauer einen Spieler rassistisch beleidigt hatte, zeigen sich Sport und Politik solidarisch.

Ein rassistischer Vorfall hat den 20. Spieltag der 3. Fußball-Liga überschattet und zum vorzeitigen Ende der Partie zwischen dem MSV Duisburg und dem VfL Osnabrück geführt. Nachdem VfL-Profi Aaron Opoku von den Zuschauerrängen aus wohl mit Affenlauten beleidigt wurde, unterbrach Schiedsrichter Nicolas Winter die Partie zunächst in der 33. Minute beim Stand von 0:0. Nach Beratungen folgte der Abbruch - das gab es so noch nie im deutschen Profi-Fußball.

Während der Unterbrechung skandierten VfL- und MSV-Fans "Nazis raus". Der Besucher, der Opoku beleidigt haben soll, wurde der Polizei übergeben. Der 55-Jährige wurde nach einer Vernehmung entlassen. Gegen ihn wurde Anzeige erstattet - auch der Staatsschutz wurde informiert.

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Ausführliche Infos zum dem Vorfall gibt es in diesem Spielbericht:

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Klare Worte vom MSV Duisburg

Martin Haltermann, Pressesprecher des MSV Duisburg

Martin Haltermann

Martin Haltermann, Sprecher des MSV Duisburg, sagte dem WDR am Sonntag, der Spielabbruch sei ein kraftvolles Zeichen gegen Rassismus.

"Mit diesem Abbruch hat hoffentlich auch der letzte Hohlkopf gemerkt, was er alles anrichten kann." Martin Haltermann

NRW-Vize-Ministerpräsident solidarisiert sich

NRW-Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) rief per Twitter zu "Solidarität mit Aaron Opoku" auf und lobte die Fans im Stadion für ihr klares Zeichen gegen Rassismus.

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DFB unterstützt Entscheidung

Der Deutsche Fußball Bund (DFB) begrüßte die kompromisslose Haltung des Schiedsrichters. "Nur so lässt sich diesen Unverbesserlichen das Handwerk legen. Der oder die Täter müssen umfänglich zur Rechenschaft gezogen werden", sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch. Das DFB-Sportgericht werde noch entscheiden, wie das Spiel gewertet wird.

Reaktionen anderer Fußball-Clubs

Zahlreiche Teams der ersten und zweiten Bundesliga schlossen sich dem Protest an und retweeteten eine Nachricht des VfL Osnabrück.

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Auch VfL-Osnabrück Geschäftsführer Michael Welling begrüßte bei Magenta-TV die Entscheidung des Unparteiischen. "Es kann nicht sein, dass wir immer nur Parolen formulieren, dass wir Sprüche auf T-Shirts kleben. Wir müssen reagieren, wenn so etwas passiert. Wir dürfen das im Fußball und in der Gesellschaft nicht akzeptieren."

Die Anfeindungen galten womöglich auch dem Duisburger Abwehrspieler Leroy Kwadwo, der Opoku zur Hilfe eilte. "Hier sind zwei Spieler rassistisch beleidigt worden. Aaron ist tatsächlich sehr, sehr fertig und nicht mehr in der Lage zu spielen", so Welling.

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