Drei Jahre Haft nach tödlichem Raserunfall von Mönchengladbach

Drei Jahre Haft nach tödlichem Raserunfall von Mönchengladbach

  • Drei Jahre Haft im Raserprozess von Mönchengladbach
  • Fußgänger überfahren und getötet
  • Richter: vorsätzlich und rücksichtslos gehandelt
Kommentare (15)

Im Prozess um ein mutmaßliches Autorennen mit einem Toten hat das Landgericht Mönchengladbach am Dienstag (18.12.2018) die Urteile verkündet. Der 29-jährige Unfallfahrer muss wegen fahrlässiger Tötung für drei Jahre ins Gefängnis.

Nach Ansicht des Richters habe er sich ein Rennen mit dem 26-jährigen Mitangeklagten liefern wollen. Dieser sei darauf jedoch nicht eingegangen. Er wurde deshalb lediglich wegen Unfallflucht zu einer Geldstrafe von 3.000 Euro verurteilt.

Angeklagter bestreitet Rennen

Bei dem Unfall im Juni 2017 war ein Fußgänger erfasst und getötet worden. Der 29-jährige Unfallfahrer hatte im Prozess gestanden, viel zu schnell gefahren zu sein. Er bestritt aber, sich mit dem Mitangeklagten ein Rennen geliefert zu haben.

Für den Richter jedoch stand fest, dass der Fahrer vorsätzlich und rücksichtslos mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war. Erlaubt sind an der Stelle 40 Kilometer in der Stunde. Der Verurteilte war nach Gutachtermeinung mit mindestens 90 km/h unterwegs. Bei einem Überholmanöver habe er den 38-jährigen Fußgänger erfasst, der gerade die Straße überqueren wollte.

Keine Mordanklage

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Anklage wegen Mordes für den Unfallverursacher angestrebt. Das Gericht sah allerdings keinen hinreichenden Verdacht für einen Tötungsvorsatz.

Maximal fünf Jahre Haft

Inzwischen sind bei illegalen Autorennen auch zehn Jahre Gefängnis möglich. Allerdings ist diese Gesetzesänderung erst nach dem Unfall von Mönchengladbach in Kraft getreten. Sie gilt deshalb nicht in diesem Fall.

Stand: 18.12.2018, 13:50

Kommentare zum Thema

15 Kommentare

  • 15 Ginter 19.12.2018, 14:38 Uhr

    Wie Bitte 3 Jahre ein Witz 15 Jahre wäre minimum genug oder auch mehr.Es ist eine Schande in BRD .

  • 14 Thomas Wellmann 19.12.2018, 13:04 Uhr

    Wenn jemand 50km oder noch schneller als erlaubt fährt, der nimmt zumindest in Kauf das ein Mensch schwer oder tödlich verletzt wird. Deshalb sollte es auf jeden Fall immer eine Mordanklage geben und dem entsprechend bestraft werden. Und das ohne Gnade.

  • 13 Michael Hoffacker 19.12.2018, 12:13 Uhr

    Auf 10 Jahre erhöhen und lebenslanges Fahrverbot. Sollte er beim Fahren wieder erwischt werden, die nächsten 10 Jahre.

  • 12 Totti 19.12.2018, 02:24 Uhr

    Ich finde die Strafe zu gering. Dafür das ein Mensch gestorben ist. Zudem sollte ein lebenslanges Fahrverbot verhängt werden.

  • 11 Drei Jahre Haft nach tödlichem Raserunfall 18.12.2018, 21:35 Uhr

    Das Landgericht in MGladbach ist für seine milden Urteile in Justizkreisen wohlbekannt. Man spricht auch von "Gladbacher Landrecht". Drei Jahre für ein noch junges Menschenleben - wo bleiben die Achtung vor der Menschenwürde und dem Leben? - Ich habe eine Tante und meinen Schwiegervater durch Verkehrsunfälle verloren, beide waren Fußgänger auf Überwegen. Urteile: Keine. - Das Interesse der Staatsanwaltschaft in MGladbach richtete sich auf ein mögliches Fehlverhalten der beiden tödlich Verunglückten. Das Interesse an den Hinterbliebenen beschäftigte sich mit der Frage nach einer Haftpflichtversicherung....

  • 10 Andere respektieren 18.12.2018, 20:40 Uhr

    Beschämende Kommentare hier... Recht muss sein und darf nicht auf jedermanns Meinung „gebogen“ werden...

    Antworten (3)
    • Gemor 18.12.2018, 21:40 Uhr

      Jupp! Bis sie Deine Mutti umfahren...

    • Tim 19.12.2018, 06:36 Uhr

      @gemor Auch eine höhere Strafe würde die "Mutti" nicht wiederbringen. Das Urteil wird schon seine Richtigkeit haben. Das Gericht kann auch nur nach den Gesetzbüchern urteilen und den Einzelfall bewerten.

    • Ginter 19.12.2018, 14:42 Uhr

      Menschenleben 3 Jahre muss kotzen für Justiz

  • 9 xxx 18.12.2018, 20:04 Uhr

    So ist es bei uns im Land Ein Leben ist nichts Wert aber wenn es um Geld geht ist Schluss mit lustig das ist unser Staat !

  • 8 Anonym 18.12.2018, 19:25 Uhr

    Bei der Raserei wird billigend in Kauf genommen, daß bei einem Unfall jemand ums Leben kommt. Damit ist es bedingter Vorsatz und somit Mord. Genauso sinnlos ist aber auch, wenn der Mißbrauch von Rauschgift oder Alkohol als strafmildernd gilt - in den wenigsten Fällen Ist derjenige sich dessen nicht bewusst.

  • 7 Christian 18.12.2018, 18:55 Uhr

    Ein Menschenleben ist in Deutschland nichts wert. 3 Jahre. Für einen Mord. Und wegen Steuerhintetziehung geht man länger in den Bau. Witzloses Urteil

    Antworten (1)
    • Sesam 18.12.2018, 19:36 Uhr

      Dem stimme ich völlig zu!

  • 6 Mike 18.12.2018, 18:41 Uhr

    Viel zu wenig für ein vorsätzlich und rücksichtsloser Mord wie vom Richter genannt worden ist. Die Gesetze müssen geändert werden. Solche Menschen gehören nicht zu unsere Gesellschaft.

    Antworten (1)
    • Meyer 18.12.2018, 19:46 Uhr

      Wenn Sie den Text gelesen hätten, wüssten Sie, dass das entsprechende Gesetz bereits geändert wurde. Und von Mord hat der Richter nicht gesprochen, war es auch nicht, da der Mann wohl nicht die Absicht hatte, jemanden zu töten, sondern es "lediglich" in Kauf genommen hat. Lesen hilft.

  • 5 AO total 18.12.2018, 17:35 Uhr

    Für die Deutsche Justiz ist ein Menschenleben nicht viel wert. Das sieht man an solchen Urteilen.