Keine Mehrheit für Radschnellweg in Bonner Rheinaue

Das Bild zeigt ein fahrendes Fahrrad auf einem Radweg.

Keine Mehrheit für Radschnellweg in Bonner Rheinaue

Von Sebastian Tittelbach

Der Bonner Naturschutzbeirat hat einen Radschnellweg in der Rheinaue klar abgelehnt. Ausschlaggebend waren die nötigen Baumfällungen.

Die Sitzung des Naturschutzbeirats war mit Spannung erwartet worden, denn im Vorfeld war unter den Mitgliedern kein klares Votum zu erkennen, wie sie zu dem Projekt stehen. Umso deutlicher fiel das Ergebnis der geheimen Abstimmung am Montagabend (18.05.21) aus: Mit 9:1 verweigert der Naturschutzbeirat die "landschaftsrechtliche Befreiung", die für den Radschnellweg durch die Bonner Rheinaue nötig wäre. Damit steht das lang geplante Projekt eines knapp vier Kilometer langen Radschnellwegs entlang des linken Rheinufers vor dem Aus. 

44 Bäume hätten gefällt werden müssen

Ausschlaggebend für das Nein des Beirats waren die drohenden Baumfällungen. Nach Auskunft der Bonner Stadtverwaltung hätten insgesamt 44 Bäume hätten gefällt werden müssen. Nur so ließe sich der Radweg auf vier Meter verbreitern. Aus Sicht der Planer sei dies akzeptabel gewesen, da in der Rheinaue als Ersatz neue Bäume gepflanzt worden wären. Ursprünglich waren sogar 100 Baumfällungen vorgesehen.

Die Grüne-Ratsfraktion sprach im Vorfeld von einem Zielkonflikt. Letztlich hatte sie sich klar für das Projekt ausgesprochen. Die Baumfällungen seien zu bedauern, es solle aber der Radverkehr in Bonn gefördert werden, dies habe einen gesamtgesellschaftlichen Nutzen.

Städtische Planer lehnten Alternativen ab

Der Fahrradverband ADFC hatte vor der Abstimmung noch angeregt, eine andere Route für den Radweg zu wählen oder nicht durchgängig auf vier Meter Breite zu bestehen, um Bäume zu schützen. Beides hatten die städtischen Planer abgelehnt.

Stadtverwaltung: "Faktisches Aus für Radschnellweg"

Mit der Entscheidung des Naturschutzbeirats ist die Idee eines linkrheinischen Radschnellwegs in weite Ferne gerückt. Der Stadtrat könnte das Votum zwar kippen, aber auch das kann den Rheinauenradweg kaum retten. Denn den städtischen Planern läuft die Zeit davon.

Spricht sich der Stadtrat für das Projekt aus, müsste die Bezirksregierung noch ihr Einverständnis geben. Dann müsste umgehend die Fällung der Bäume beauftragt werden, um den engen Zeitplan einzuhalten. Denn nur wenn der Radweg im nächsten Jahr fertig wird, gibt es auch Fördergelder vom Land. Dass das klappt, glaubt auch die Stadtverwaltung nicht mehr, sie spricht von einem faktischen Aus.

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WDR 5 Quarks - Hintergrund 13.01.2021 12:50 Min. Verfügbar bis 13.01.2026 WDR 5


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Stand: 18.05.2021, 13:14

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