Datenflut aus dem Weltall soll besser kontrolliert werden

Close-Up des Radioteleskops Effelsberg bei Bad Münstereifel am Tag.

Datenflut aus dem Weltall soll besser kontrolliert werden

Von Wolfgang Deutz

Auf der Suche nach fernen Galaxien, schnell rotierenden Neutronensternen und schwarzen Löchern sammeln Wissenschaftler mit dem Radioteleskop Effelsberg bei Bad Münstereifel eine immer größer werdende Menge von Daten. Diese sollen künftig auch mithilfe von Künstlicher Intelligenz analysiert werden.

Dazu hat sich das Forschungszentrum Jülich mit acht weiteren Institutionen aus NRW zusammengeschlossen. Unter Federführung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie sollen die Daten schneller und besser ausgewertet werden, auch weil künftige Radioteleskope Datenmengen erzeugen werden, die denen des gesamten heutigen Internetverkehrs entsprechen. "Fleiß und große Rechner reichen dazu nicht mehr", sagt dazu auch Prof. Dr. Frank Bertold vom Argelander-Intitut für Astronomie der Uni Bonn, der ebenfalls beteiligt ist. Das Land fördert das Projekt mit drei Millionen Euro. Überschrieben ist die Kooperation mit "Big Bang to Big Data".

Effelsberg ist Teil eines europäischen Netzwerks

Das Max-Planck-Institut für Radioastronomie arbeitet seit Jahren mit Wissenschaftlern aus Jülich zusammen. Schon 2019 erstellte ein internationales Team aus 200 Astronominnen und Astronomen eine Weltraumkarte, die damals hunderttausende unbekannte Galaxien zum ersten Mal sichtbar machte.

Damit solche und künftige Ergebnisse möglich werden, ist das Radioteleskop in Effelsberg über ein Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetz mit anderen Teleskopen in Europa verbunden. Leistungsstarke Supercomputer verwandeln die Signale in Daten. In der Realität wäre dafür eine Empfangsschüssel mit einem Durchmesser von unvorstellbaren 1.900 Kilometern nötig.

Gigantische Ausmaße bringen Besucher zum Staunen

Das Radioteleskop in Bad Münstereifel empfängt seit 1971 Signale aus dem All. Es zählt zu den beiden größten vollbeweglichen Radioteleskopen der Welt. Seit dem Bau wurden die Oberfläche des Hauptspiegels, Antriebsmotoren, Empfänger und Computer immer wieder auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Bis heute zieht es jährlich viele Besucher und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland an.

Luftaufnahme des Radioteleskops Effelsberg bei Bad Münstereifel bei Nacht.

Der Zweck der Zusammenarbeit ist, Radioastronomen, Datenwissenschaftler und Industriepartner aus aller Welt miteinander zu vernetzen. Und wer weiß, vielleicht regt die neue Kooperation ja auch die Phantasie von Hollywood an? Denn eins ist klar: Das Radioteleskop in Bad Münstereifel dringt schon seit Jahren in Galaxien ein, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Wer braucht da schon die Enterprise?

Stand: 07.09.2021, 14:41