Radioaktives Material stammt nicht von der Bundeswehr.

Das Zollfahndungsamt Essen führt eine Razzia durch.

Radioaktives Material stammt nicht von der Bundeswehr.

Das radioaktive Material, das bei einem in Aldenhoven verhafteten Bundeswehroffizier entdeckt worden war, soll nicht aus Beständen der Bundeswehr stammen. Eine Sprecherin:"Die Bundeswehr verfüge über keinerlei derartige Munition".

Die Ministeriumssprecherin erklärte, die Bundeswehr verwende zwar Signalmunition mit sehr geringen Mengen von Strontium-Nitrat - dieses Material sei jedoch «nicht strahlend» und befinde sich auch in handelsüblichen Feuerwerkskörpern. Über die Menge des radioaktiven Materials machte sie keine Angaben.

Bundesamt für Strahlenschutz informiert

Zu den Ermittlungen wurden inzwischen auch Experten des Bundesamtes für Strahlenschutz hinzugezogen. Darüber hinaus seien BND-Geheimdossiers zu Nordkorea bei den beschlagnahmten Unterlagen gefunden worden, die als vertraulich und geheim eingestuft wurden, berichtet der Spiegel. Ermittler hatten bei der Razzia am 12. Oktober 2021 bei dem Soldaten in Aldenhoven bei einer Hausdurchsuchung bereits eine umfangreiche Waffensammlung, bedenkliche Chemikalien sowie strengvertrauliche Papiere von Nachrichtendiensten gefunden. Deshalb ermittelt inzwischen auch neben der Staatsanwaltschaft und dem Zoll auch der Miliärheimdienst MAD gegen den 32-jährigen. Er war Sprengstoffexperte bei der Bundeswehr und in einer Einheit tätig, die für die militärische Abwehr zuständig ist.

Beschlagnahmte Waffen stammen aus Ostblock-Beständen

Die beschlagnahmten Schusswaffen, Granaten, Handgranaten und Minen stammen ersten Erkenntnissen zufolge nicht von seinem Arbeitgeber, der Bundeswehr, sondern aus Ostblock-Beständen. Darüber hinaus besaß der Verdächtige auch kommunistische Literatur. Die Staatsanwaltschaft erklärte, die sichergestellten Waffen, Chemikalien und Dokumente werden jetzt untersucht und ausgewertet. Darunter seien auch Gegenstände, die möglicherweise gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen.

Verdächtiges Paket bei Zollkontrollen entdeckt

Aufgefallen war der Mann, weil er ein Postpaket mit Schalldämpfern aufgegeben hatte, das er in die USA schicken wollte. Es wurde bei einer Zollkontrolle am Frankfurter Flughafen entdeckt. Deshalb wurde ein Verfahren eingeleitet und einen Durchsuchungsbefehl bei ihm zuhause erwirkt. Der Mann sitzt seit seiner Festnahme im Rahmen der Razzia in Untersuchungshaft. Die Vorwürfe gegen ihn sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft inzwischen um den Tatbestand "unerlaubter Umgang mit radioaktiven Stoffen" erweitert worden. Am kommenden Donnerstag wird sich der Innenausschuss des Düsseldorfer Landtages mit dem Fall beschäftigen.

Stand: 25.10.2021, 18:49