Kölner Radfahrerin überrollt: LKW-Fahrer vor Gericht

Radfahrerin vom LkW überrollt

Kölner Radfahrerin überrollt: LKW-Fahrer vor Gericht

Von Markus Schmitz

Im vergangenen Jahr im Mai starb eine 55 Jahre alte Radfahrerin am Kölner Friesenplatz. Ein LKW hatte sie erfasst, der rechts abbog. Am Dienstag (14.09.2021) musste sich der Fahrer vor dem Kölner Amtsgericht verantworten. Der Vorwurf: Fahrlässige Tötung.

Im Gerichtssaal 217 im Kölner Amtsgericht hat der erfahrene Gutachter für Verkehrsunfälle für die Beweisaufnahme einen Projektor installiert. Er wird in der Verhandlung das Video einer Überwachungskamera abspielen, das den Unfall mit allen Details gefilmt hat. Mehrmals spult er die Kollision zwischen dem LKW und Radfahrerin ab. Es sind schockierende Szenen, die allen Beteiligten in dem Prozess sehr viel abverlangen.

 Sorgfaltspflicht verletzt – Bewährungsstrafe für den Fahrer

Radfahrerin vom LKW überrollt

Die Radfahrerin postiert sich neben dem LKW-Fahrer an der Ampel. Sie will weiter geradeaus in Richtung Rudolfplatz fahren. In dieser Situation, da ist sich der Gutachter sicher, konnte der Fahrer die Frau nicht sehen. Der Fehler passierte aber vorher, so der Sachverständige.

Während die Frau an die Ampel heranfuhr, hatte der Fahrer insgesamt 17 Sekunden Zeit die Frau in seinem Seitenspiegel zu sehen. Der Fahrer hätte dann, als die Ampel grün zeigte, warten müssen, bis alle Radfahrer an der Stelle weitergefahren sind. Allerdings ließ der Fahrer nur zwei der insgesamt drei Menschen auf dem Fahrrad passieren. So entstand schließlich die Kollision mit der Frau.

Kölner Richterin kritisiert Speditions-Unternehmen und Politik

Die Richterin verurteilte den 45 Jahre alten  Fahrer zu sechs Monaten Haft auf Bewährung. Dazu kommt noch eine Zahlung von 2000 Euro an die Kölner Verkehrswacht. Die Richterin stellte eine Verletzung der Sorgfaltspflicht fest. Wenn der Fahrer besser aufgepasst hätte, wäre dieses Unglück nicht passiert. Außerdem sagte sie, dass auch die Politik genauso wie Speditions-Unternehmen die Fahrerinnen und Fahrer von Lkw alleine ließen. Denn in vielen Fahrzeugen seien keine Abbiege-Assistenzsysteme eingebaut.

 Am Rand der Verhandlung ist auch zur Sprache gekommen, dass man als Fußgänger und  Radfahrer im Stadtverkehr besonders vorsichtig sein muss. Man könne sich nie sicher sein von  Fahrerinnen und Fahrern eines LKW gesehen zu werden.

Stand: 14.09.2021, 18:22