Kölner Rabbiner in Bussen und Bahnen beschimpft

Die nach dem Nationalsozialismus wiedererrichtete Kölner Synagoge an der Roonstraße (Aufnahme von 2005)

Kölner Rabbiner in Bussen und Bahnen beschimpft

  • Verbale Angriffe auf den Gelehrten
  • Seit September 2018 in der Kölner Synagoge
  • Als Konsequenz auf Dienstwagen umgestiegen

Yechiel Brukner ist seit September 2018 Rabbiner in der Kölner Synagoge. Um näher an den Menschen zu sein, hatte er sich vorgenommen, häufig mit Bussen und Bahnen zu fahren. Dabei trug er natürlich auch die Kippa. Immer wieder sei er dabei verbal angefeindet und beschimpft worden. Man habe ihm sogar vorgehalten, dass die Juden selbst schuld an ihrem Leid seien, sagte ein Sprecher der Synagogengemeinde. Mittlerweile ist der Rabbiner auf den Dienstwagen umgestiegen.

Entsetzen und Wut

Entsetzt und wütend reagierte der Vorsitzende der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Prof. Jürgen Wilhelm. Er habe sich vor fünf, sechs Jahren nicht vorstellen können, dass so etwas in der als tolerant geltenden Stadt wie Köln passieren würde. Wilhelm verurteilt die Angriffe aufs Schärfste.

Yechiel Brukner stammt aus der Schweiz, ist studierter Pädagoge und war zuvor unter anderem in München tätig. Die Jüdische Gemeinde Kölns gilt als die älteste nördlich der Alpen und ist mit 5.000 Mitgliedern eine der größten Gemeinden Deutschlands.

Stand: 02.04.2019, 16:00