Psychisch kranker Straftäter in Köln entflohen

Psychisch kranker Straftäter in Köln entflohen

  • Straftäter nicht in Psychiatrie zurückgekehrt
  • Gefährlichkeit unterschiedlich eingeschätzt
  • Vermutlich mit Bus oder Bahn unterwegs

Ein psychisch kranker Straftäter ist am Sonntag (07.04.2019) nach einem Ausgang nicht in die geschlossene Psychiatrie in Köln zurückgekehrt. Die Polizei warnt davor, den 67-Jährigen anzusprechen, da er besonders unter Alkoholeinfluss sehr aggressiv werden könne.

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR), Träger der Einrichtung, geht dagegen von keiner akuten Gefahr durch den Patienten aus. Der Mann hatte die Klinik unbegleitet verlassen dürfen. "Dafür müssen viele Besserungsschritte vollzogen worden sein", sagte Karin Knöbelspies vom LVR am Montag.

LVR: Patient ist zuverlässig

Der Patient sei zuverlässig gewesen, habe sich an Absprachen gehalten. In einem sorgfältigen Prozess bekämen die Patienten stufenweise mehr Freiheiten: von begleitetem Ausgang bis hin zur Dauerbeurlaubung. Ziel des Maßregelvollzuges sei es, dass die Patienten wieder ein straffreies Leben in der Gesellschaft führen könnten.

Der 67-Jährige ist 1,73 Meter groß und trug zuletzt blaue Jeans, einen grünen Anorak und schwarz-weiße Turnschuhe. Laut Polizei verfügt der Gesuchte über Bargeld, ist auf Medikamente angewiesen und hat sich in der Vergangenheit mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegt.

Tötete 1998 seine Nachbarin

Da der frühere Lebensmittelpunkt von Otto K. in Bonn lag, sucht die Polizei vor allem dort und in Bornheim und Troisdorf. Krüger hatte 1998 in Bad Godesberg seine 78 Jahre alte Nachbarin totgetreten.

Das Bonner Schwurgericht befand ihn wegen seiner Erkrankung für schuldunfähig. Er wurde daraufhin in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen.

War 2014 schon einmal geflohen

Bereits 2014 war Krüger bei einem begleiteten Ausgang auf dem Kölner Weihnachtsmarkt geflüchtet. Es dauerte zwei Wochen, bis er in Bonn von der Polizei festgenommen werden konnte. Laut LVR habe er in der Zeit aber keine Straftaten begangen. "Er ist nicht mal schwarz gefahren", sagte Karin Knöbelspies.

Hinweis: In einer früheren Version haben wir K. mit vollem Namen genannt. Nach der Festnahme gilt der Schutz des Persönlichkeitsrechts. Daher wird der Name abgekürzt.

Stand: 08.04.2019, 14:17

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