Psychiatrie nach Messerangriff auf Sozialarbeiterin

Psychiatrie nach Messerangriff auf Sozialarbeiterin

Von Wolfram Lumpe

  • Wuppertaler Landgericht weist 48-Jährige in psychiatrische Klinik ein
  • Frau habe im Wahn gehandelt
  • Wuppertalerin hatte Sozialarbeiterin mit Messer schwer verletzt

Das Wuppertaler Landgericht hat eine 48-jährige Frau auf unbestimmte Zeit in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Sie hatte eine Mitarbeiterin der Sozialbehörden mit einem Messer lebensgefährlich verletzt.

Gericht: Frau hat im Wahn gehandelt

Die Wuppertalerin habe im Wahn gehandelt, wohl ausgelöst durch eine posttraumatische Belastungsstörung, urteilte das Gericht am Freitag (10.01.2020). Die Frau habe selbst als Kind sexuellen Missbrauch erfahren und befürchtete gleiches für ihre Tochter, wenn sie nicht auf sie aufpasse.

Die Angeklagte schwieg während des gesamten Prozesses. Laut Gericht verweigerte sie auch jegliches Gespräch mit dem psychiatrischen Sachverständigen. Jegliche Therapien und Behandlungen lehne sie ebenfalls kategorisch ab.

Streit ums Sorgerecht

Geschehen war die Tat Anfang Februar 2019 bei einem Termin im Elberfelder Bezirkssozialdienst. Die Mitarbeiter von Jugendamt und Bezirkssozialdienst seien immer mehr zu Feindbildern der Frau geworden. Sie hätte ständig dort angerufen. Hintergrund war das Sorgerecht für die 2008 geborene Tochter, das ihr entzogen worden war.

Sachbearbeiterin mit Messer angegriffen

Als die Sachbearbeiterin vom Elberfelder Bezirkssozialdienst die Bürotür öffnete, stach die 48-Jährige zu. Ihr Messer hatte eine 16 cm lange Klinge. Die städtische Mitarbeiterin überlebte schwer verletzt. - Auch der Ehemann der 48-Jährigen war dabei. Er konnte die Messerattacke mit einem Stuhl abwehren und wurde nur leicht verletzt.

Stand: 10.01.2020, 18:27

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