Gruppenvergewaltigung: Sechs Jugendliche vor Gericht

Landgericht Wuppertal

Gruppenvergewaltigung: Sechs Jugendliche vor Gericht

  • Angeklagte sprechen von einvernehmlichem Sex
  • Es gibt zwei Prozesse
  • Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Vor dem Wuppertaler Landgericht startet am Freitag (31.08.2018) der Prozess um eine mutmaßliche Gruppenvergewaltigung Mitte April in Velbert. Am Donnerstag (30.08.2018) soll der letzte Tatverdächtige nach Deutschland gebracht werden. Er hatte sich nach Bulgarien abgesetzt.

13-Jährige suchte in sozialen Netzwerken nach Tätern

Insgesamt stehen acht Jungen zwischen 14 und 17 Jahren im Verdacht, an der Gruppenvergewaltigung beteiligt gewesen zu sein. Zwei von ihnen sollen die 13-Jährige in einem Waldstück vergewaltigt und schwer sexuell missbraucht haben. Die anderen sollen die Tat unterstützt oder beobachtet haben. Eine Spaziergängerin habe eingegriffen und weitere Übergriffe verhindert, so die Anklage.

Das Mädchen habe nach der Tat einen Verdächtigen in einem sozialen Netzwerk auf einem Foto erkannt. Dadurch habe ihn die Polizei verhaften können. Auf seinem Handy soll sich auch ein Video der Tat befunden haben, durch das die anderen Tatverdächtigen ermittelt werden konnten, so die Staatsanwaltschaft.

Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Ab Freitag stehen sechs der insgesamt acht Tatverdächtigen vor Gericht. Zwei mutmaßliche Täter hatten sich nach Bulgarien abgesetzt. Gegen sie wird es einen separaten Prozess geben. Sie müssen erst förmlich ihre Anklagen und einen Anwalt bekommen.

Die Tatverdächtigen haben bei der Polizei ausgesagt, dass der Sex einvernehmlich gewesen sei. Da alle Angeklagten noch minderjährig sind, findet der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Stand: 30.08.2018, 15:05