Velberter Kindesentführung: Prozessauftakt

Prozessauftakt: Mutmaßlicher Kindesentführer Velbert 01:50 Min. Verfügbar bis 14.10.2020

Velberter Kindesentführung: Prozessauftakt

  • Prozessauftakt gegen 22-Jährigen
  • Angeklagter bestreitet Vorwürfe
  • Staatsanwaltschaft vermutet versuchten Kindesmissbrauch

Vor dem Wuppertaler Landgericht hat am Freitag (11.10.2019) der Prozess gegen einen 22-jährigen Mann aus Velbert wegen versuchten Missbrauchs von Kindern und Freiheitsberaubung begonnen. Der Mann soll im Februar 2019 einen zehnjährigen Schüler in sein Auto gelockt haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass dem Jungen nur durch einen Verkehrsunfall Schlimmeres erspart blieb.

Der Zehnjährige war mit seinem Roller auf einer belebten Hauptstraße in Velbert-Langenberg unterwegs zur Schule, als er laut Anklage aus einem schwarzem Auto heraus angesprochen und schließlich dazu gedrängt wurde, einzusteigen. Die Fahrt ging dann stadtauswärts in Richtung Hattingen.

Angeklagter bestreitet Tatvorwürfe

Die Ermittler sprachen damals von großem Glück, dass sich der Wagen des Mannes etwa zwei Kilometer weiter bei einem Wendemanöver festfuhr. In dieser Situation habe der Mann den Jungen laufen lassen und ihm auch seinen Roller zurückgegeben.

Zum Prozessauftakt hat der Angeklagte heute bekräftigt, dass er dem Zehnjährigen nichts habe antun wollen. Er habe den Jungen lediglich zur Schule fahren wollen. Angeblich, weil er sich dort um ein Praktikum habe bewerben wollen, aber den Weg nicht gewusst habe. Dass er gegenüber dem Zehnjährigen gar aggressiv geworden sei, bestritt er ebenfalls.

Mutter des Opfers spricht von Hass

Vor Gericht musste heute auch der Zehnjährige aussagen, allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Seine Mutter beschrieb ihn zwar als tapfer, im Gerichtssaal seien aber trotzdem Tränen geflossen. Für den Angeklagten habe sie heute nur Hass empfunden, erzählte sie am Anschluss.

Die Staatsanwaltschaft stützt ihre Anklage auf die Auswertung von Handydaten des Angeklagten. Daraus gehe hervor, dass er vor der Tat im Internet ausführlich zu Entführung, Missbrauch und Ermordung von Kindern recherchiert habe.

Das Urteil wird Ende November erwartet.

Stand: 11.10.2019, 15:51