Prozessauftakt: Vergewaltigung am Allner See

Dem 54-jährigen Bonner Obdachlosen werden Vergewaltigung und Misshandlung vorgeworfen.

Prozessauftakt: Vergewaltigung am Allner See

Von Ulrike Schödel

  • Obdachloser wegen mehrfacher Vergewaltigung angeklagt
  • Angeklagter offenbar schizophren
  • Dauerhafte Unterbringung in Psychiatrie wird diskutiert

Wegen der Vergewaltigung einer Spaziergängerin, die in der Nacht zum 19. Mai 2018 mit ihren Hunden am Allner See bei Hennef (Rhein-Sieg-Kreis) unterwegs gewesen war, muss sich seit Dienstag (27.11.2018) ein 54-jähriger Obdachloser vor dem Bonner Landgericht verantworten.

Opfer über zehn Stunden in der Gewalt des Vergewaltigers

Laut Antragsschrift soll der Diplom-Ingenieur die 34-Jährige über viele Stunden in seine Gewalt gebracht, in sein Lager am Allner See verschleppt, mehrfach sexuell missbraucht, gedemütigt und geschlagen haben. Erst am nächsten Morgen gelang es ihr, die Flucht zu ergreifen und sich zu zwei zeltenden Anglern zu flüchten. Hier konnte sie die Polizei alarmieren. Wegen schwerer Gesichtsverletzungen musste sie in einer Klinik behandelt werden.

Angeklagter spricht vom "Kampf mit einem Drachen"

Am ersten Prozesstag hat der Angeklagte dem Gericht einen Brief überreicht, in dem er seine wahnhafte Begegnung mit der Spaziergängerin in der Tatnacht schildert: Er habe die ganze Nacht mit einem Riesenungeheuer mit einem Drachen- und zwei Hundeköpfen gekämpft.

In dem Prozess muss vor allem geklärt werden, ob der Angeklagte zur Tatzeit eingeschränkt schuldfähig oder überhaupt schuldfähig war - und ob er dauerhaft in einer Psychiatrischen Klinik untergebracht werden muss.

Stand: 27.11.2018, 16:32