Siebenjähriger überfahren: Prozess gegen Müllfahrer eingestellt

Spielstraße mit Krankenwagen

Siebenjähriger überfahren: Prozess gegen Müllfahrer eingestellt

Von Markus Schmitz

  • Junge vor einem Jahr bei Unfall getötet
  • Prozess gegen Müllwagenfahrer eingestellt
  • Symbolische Zahlung in Höhe von 2.000 Euro

Ein Müllwagenfahrer der Kölner Abfallwirtschaftsbetriebe hatte im vergangenen Jahr einen Siebenjährigen angefahren und tödlich verletzt. Der Prozess gegen ihn ist am Mittwoch (22.05.2019) vor dem Kölner Amtsgericht eingestellt worden.

Prozess: Junge von Müllwagen überfahren Lokalzeit aus Bonn 22.05.2019 Verfügbar bis 22.05.2020 WDR Von Markus Schmitz

Als Grund sagte die Richterin im Prozess, dass es ein besonders tragischer Fall gewesen sei, bei dem der Fahrer für einen Moment unachtsam gewesen sei. Der 38-Jährige muss einen symbolischen Betrag von 2.000 Euro zahlen.

Siebenjähriger war auf dem Weg zur Schule

Polizist steht vor dem Müllwagen der den siebenjährigen Jungen erfasst hat

Selbst erfahrene Einsätzkräfte waren beim Anblick der Unfallstelle geschockt.

Ende Mai vergangenen Jahres wollte der Junge mit seinem Fahrrad in die Schule in Köln-Widdersdorf fahren. Dabei begleitete ihn sein Vater. Kurz vor acht Uhr geschah das Unglück. Beim Abbiegen geriet der Junge unter die hinteren Zwillingsreifen des Wagens.

Auch erfahrene Einsatzkräfte waren beim Anblick des Unfallortes geschockt. Notfallseelsorger kümmerten sich um die Besatzung des Müllwagens und um die Anwohner, die den Unfall mitangesehen hatten.

AWB will Sicherheit verbessern

Die AWB hat sich nach eigenen Angaben für das sogenannte "Bird-View System" entschieden, um die Sicherheit zu verbessern. Dabei sind an den Wagen an verschiedenen Stellen Kameras angebracht, die auch von der Seite Bilder ins Führerhaus übertragen.

Ausgestattet sind damit bislang aber die wenigsten Fahrzeuge. Nach Angaben der AWB läuft nach wie vor ein Ausschreibungsverfahren. Erst wenn das beendet ist, können die entsprechenden Firmen mit der Arbeit beginnen.

Stand: 22.05.2019, 13:11

Kommentare zum Thema

18 Kommentare

  • 18 K 23.05.2019, 09:04 Uhr

    Ziemlich tragischer Fall! Doch wer hat die Schuld? Der Fahrer, der seine Arbeit gewissenhaft getan hat, so wie vermutlich Jahre/Jahrzehnte zuvor? Der nun 2.000€ Bußgeld zahlen muss, vermutlich seinen Job verloren hat und für sein Leben lang traumatisiert ist - oder - der Vater, der sein Kind unachtsam begleitet? Wie kommt es überhaupt dazu, dass der Junge unter ein AWB-Fahrzeug abbiegt?! "Leider" haben wir alle den UNFALL nicht gesehen, aber ich finde selbst das Bußgeld überflüssig. Sowas passiert. Daran hat niemand wirklich schuld da es nicht mutwillig war - oder?!? Ich denke der Anblick alleine war Strafe genug für alle. Sowas sitzt. Sowas vergisst man nicht! Fragt sich nur mit welcher Grundlage dieses Urteil gefällt wurde... Fahrlässige Tötung? Dann musste jedoch der Vater zahlen ;)

  • 17 Anonym 22.05.2019, 22:55 Uhr

    Der Fahrer ist für sein ganzes Leben schon genug gestraft!! Das sollte man bedenken. Und es ist Fakt, dass normalerweise ein Kind VOR dem Erwachsenen fährt ( laut ACE ). Denn so kann man dem Kind Anweisungen geben mittels Sichtkontakt. Zudem hätte es dadurch ( Stop Zuruf) verhindert werden können. Auch so, weil Vater ja den Müllwagen gesehen hat und dieser ihn noch die Straße hat überqueren lassen! Das wäre für mich der Zeitpunkt gewesen, mich nach meinem Kind umzudrehen,statt einfach weiter zu fahren. Aus diesen Gründen ist es ausgesprochen unfair, dem Fahrer die Gesamtschuld aufzubrummen!

  • 16 Dora 22.05.2019, 18:48 Uhr

    Der Fahrer hat das ja nicht mit Absicht gemacht. Ich finde es sinnlos jemanden für einen Unfall zu bestrafen. Wenn schon, dann sollte sein Arbeitgeber bestraft werden. Der awb hat ganz klar entschieden dass Menschenleben weniger Wert sind als die Kosten für die Sicherheit. Gerade bei müllwagen sollte die Sicherheit an erster Stelle stehen. Sie fahren langsam und auf wegen wo Lkw verkehr nicht üblich ist. Die Systeme gibt es schon lange. Es ist nur die Frage ob ein Menschenleben soviel wert ist wie die Aufrüstung kostet.

  • 15 Anonym 22.05.2019, 17:26 Uhr

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    Antworten (1)
    • Speedy 22.05.2019, 18:54 Uhr

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  • 14 Marcel K. 22.05.2019, 17:13 Uhr

    Es ist schon tragisch das so etwas passiert. Aber ich verstehe es nicht das die Entsorgungsbetriebe nicht mal in die Sicherheit investieren, es gibt doch schon solche Sicherheitssysteme, die kosten halt Geld, aber die sollten doch mal dafür Geld ausgeben. Die Betriebe der Kommunen schwimmen doch im Geld. (Die Müllgebühren sind doch schon ganz hoch in einigen Kommunen von NRW). Danke für die Durchsage!!

  • 13 Sansi bar 22.05.2019, 15:06 Uhr

    Man sollte manchen Eltern auch in den hintern treten wenn sie die Kinder hinter sich her fahren lassen und somit die Aufsichtspflicht Verletzten man Kinder nicht hinter sich fahren lassen ! Kinder sollte man am besten vorraus fahren lassen den da hat man sie im blick und man kann viel besser reagieren. Somit habt der Vater genau so die schult mit daran das das Kind zu Tode gekommen ist was natürlich sehr bedauerlich ist für beide Parteien es tut mir sehr leid aber es bringt das Leben des Jungen nicht zurück ??

    Antworten (1)
    • Heike 22.05.2019, 17:25 Uhr

      An sansi ba. Nur ein paar Tage vor dem Unglück in Köln wurde ein Kind in Berlin (meine ich) von einem abbiegendem LKW überfahren. An einer Kreuzung, radfahrendes Kind hatten Grün und die Mutter musste alles mit ansehen- sie fuhr hinter ihrem Kind. Soviel zur Aufsichtspflichts Verletzung wenn das Kind hinter einem fährt -Blödsinn!!! Unverschämt dem Vater eine Mitschuld zuzuteilen. .... Es gibt Systeme die das Abbiegen von LKWs sicherer machen. Es sollten ALLE Unternehmen gesetztlich dazu verpflichtet werden diese auch anzubringen

  • 12 der Michel 22.05.2019, 15:03 Uhr

    Wenn ich einige Kommentare hier lese, bekomme ich den Eindruck, der Fahrer habe das Kind absichtlich überfahren. Zweifellos gibt es bei der Sicherheit im Straßenverkehr einiges zu verbessern, insbesondere was Unfälle zwischen abbiegenden Lkw und Radfahrern betrifft. Setzt euch lieber dafür ein, dass Abbiegeassistenten verpflichtend eingeführt werden anstatt hier eine Hexenjagd zu veranstalten.

  • 11 jörg 22.05.2019, 14:57 Uhr

    Wenn ich jeden Tag sehe wie Radfahrer und Fussgänger die roten Ampel missachten, und sich wundern dass Sie unter dem Lkw Bus U-Bahn und Auto liegen. Dann wird immer über die Lkw Bus U-Bahn und Auto-fahrer gemeckert aber nicht über Radfahrer oder Fussgänger die den Verkehr missachten. Lkw Bus U-Bahn und Auto-fahrer müssen immer vollkonzentriert sein, die anderen Verkehrsteilnehmer denken immer nur an sich .

  • 10 Heinzb aus nrw 22.05.2019, 14:30 Uhr

    Und das im Namen des Volkes , aber wohl nicht des Deutschen Volkes. Darum zu verstehen war damals der Fall Bachmeier . Es fragt sich , in wie Weit das hier gesprochene Fehl- Urteil Bestand hat . Das AG Köln glänzt dahingehend , das Recht zu Glätten , dass mussten wir auch erfahren bei einer Klage wegen einem Unfall im Phantasialand. Da war das Volk auch nicht beteiligt .

  • 9 Bananenrepublik 22.05.2019, 14:21 Uhr

    Und dann wundert man sich, dass immer mehr Menschen einfach das machen, worauf sie Lust haben. Es gibt keine Konsequenzen in diesem so genannten Rechtsstaat.

  • 8 Heinzb aus nrw 22.05.2019, 14:15 Uhr

    Das Traurige ist der Tod des Kindes am Anfang seines Lebens. Nach meiner Meinung sollte der Strafrahmen voll ausgeschöpft werden . Da sollte nichts kommen mit Bewährung , denn es ist fahrlässiger Tötung mindestens .