Bonner Prozess um Mordversuch: Schüler verhinderte Schlimmeres

Bonner Prozess um Mordversuch: Schüler verhinderte Schlimmeres

Von Ulrike Schödel

  • Prozess am Bonner Landgericht wegen versuchten Mordes
  • Vater und Söhne griffen Freund der Tochter an
  • Schüler alamierte die Polizei

Ein 17-Jähriger Schüler hat möglicherweise Schlimmeres verhindert und sogar Leben gerettet. Im Bonner Prozess gegen einen 45-jährigen Vater und zwei seiner Söhne - 27 und 26 Jahre alt - aus Meckenheim, die in der Nacht zum 20. Juni 2019 den 19-jährigen Freund der Tochter im Auto überfallen und fast getötet haben sollen, hatte der Schüler als Zeuge ausgesagt.

19-jähriger mit Autowerkzeug angegriffen

Er sei nachts gegen drei Uhr auf dem Heimweg von einer Geburtstagsparty gewesen, als er aus Richtung Waldfriedhof furchtbare Schreie eines Mädchens hörte und die Polizei alarmierte.

Als die ersten Polizeibeamten fünf Minuten später eintrafen, soll der Vater in der einen Hand seine Tochter an den Haaren und in der anderen einen Radschlüssel gehalten und auf sie eingeschlagen haben. Einer der Polizeibeamten sagte aus: "Der Vater ließ sich auch von den Dienstwaffen nicht beeindrucken. Wir waren kurz vorm Schusswaffengebrauch. Das war kurz vorm Schiefgehen."

Auf dem Beifahrersitz des BMW fanden die Beamten den 19-jährigen Freund der Tochter halb bewusstlos.

Nur durch die neurochirurgische Notfallversorgung, so die Anklage, konnte sein Leben gerettet werden. Neben zahlreichen Brüchen hatte er ein offenes Schädelhirntrauma erlitten.

Bedrohungen zwischen den Familien

Alle drei Familienmitglieder sitzen in Untersuchungshaft.

Nach dem Vorfall im Juni 2019 war es zwischen beiden Familien zu gegenseitigen Bedrohungen gekommen, deshalb war die Polizei mit verstärkten Kräften bei dem Prozessauftakt.

Stand: 16.12.2019, 17:35

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