Prozess gegen Siegauenvergewaltiger wegen Corona abgesagt

Kölner Landgericht

Prozess gegen Siegauenvergewaltiger wegen Corona abgesagt

  • Mann soll Matratze in Zelle angezündet haben
  • Mehrere Menschen wurden dabei verletzt
  • Zuschlag auf bestehende Strafe zu erwarten
  • Prozess wegen Corona-Virus verlegt

Vor dem Landgericht sollte sich eigentlich ab Dienstag (17.03.2020) ein Mann verantworten, der die Justiz schon seit Jahren beschäftigt. Er wurde schon wegen schwerer Vergewaltigung einer Frau in der Bonner Siegaue verurteilt. Doch der Prozess wurde kurzfristig abgesagt.

Der Grund: Der Sicherheitsabstand zwischen Richter und Schöffen kann nicht gewährleistet werden. Den Beteiligten fiel auf, dass es zum Beispiel auf der Richterbank keinen Abstand von zwei Metern gebe. Aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus sollen Menschen aber derzeit Abstand halten.

Tatvorwurf: Brandstiftung

Der jetzt 33-Jährige soll in seiner Zelle in der JVA in Köln Ossendorf Feuer gelegt haben. Die Staatsanwaltschaft sagt, dass er seine Matratze angezündet hatte. Dabei soll er Mitarbeiter des Gefängnisses, einen Mitgefangenen und sich selbst verletzt haben.

Außerdem soll der Mann Vollzugsbeamte immer wieder bedroht haben.

Inhaftiert wegen schwerer Vergewaltigung

Der Mann war zu 10 Jahren Haft veruteilt worden, weil er 2017 eine Frau in einem Zelt in der Siegaue vergewaltigt hatte. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, wird der Mann wohl einen Zuschlag auf seine bereits bestehende Strafe bekommen.

Stand: 17.03.2020, 10:30