Verwahrloste Kinder: Prozess in Düsseldorf gestartet

Außenansicht Gebäude, Fassade mit Schriftzug Landgericht und Amtsgericht Düsseldorf, Wappen NRW

Verwahrloste Kinder: Prozess in Düsseldorf gestartet

  • Neuer Anlauf im Prozess um verwahrloste Kinder
  • Zeugen berichten von verdreckter Wohnung
  • Eltern haben Vorwürfe zum Teil gestanden

Ein Elternpaar aus Düsseldorf steht seit Mittwoch (14.03.2018) vor dem Amtsgericht. Es soll sieben seiner neun Kinder stark vernachlässigt und misshandelt haben.

Die Anklage wirft der 30-jährigen Mutter und dem 36-jährigen Vater Verletzung der Fürsorgepflicht und Misshandlung vor.

Wohnung im verdrecktem Zustand

Am ersten Verhandlungstag berichtete die Staatsanwaltschaft, wie Polizisten die Kinder in Düsseldorf im Januar 2015 bei einer Durchsuchung vorfanden: "Die Wohnung war in völlig verwahrlostem und verdrecktem Zustand. Für die Kinder gab es nicht einmal genügend Matratzen. Die vorhandenen waren voller Kot- und Urinflecken. "

Kinder sind heute in staatlicher Obhut

Durch die monatelange Vernachlässigung seien die Kinder krank gewesen, hätten zum Beispiel massiv Karies gehabt. Die Kinder würden inzwischen in staatlicher Obhut leben und schwere Verhaltensauffälligkeiten zeigen, so der Staatsanwalt weiter.

Sie verrichteten überall ihre Notdurft, seien aggressiv, hätten eine sexualisierte Sprache und ein großes Vokabular von Schimpfwörtern mit Nazi-Ausdrücken.

Angeklagte Eltern haben teilweise gestanden

Zur Aussage der angeklagten Eltern wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Ein Verteidiger berichtete später, beide hätten die Vorwürfe teilweise eingeräumt.

Zu einem ersten Gerichtstermin in der vergangenen Woche waren die Eltern nicht erschienen. Die Polizei konnte sie aufspüren und am Wochenende in Düsseldorf verhaften.

Die Familie war beim Jugendamt bekannt

Das Jugendamt habe die Familie gekannt, berichtete die Polizistin vor Gericht. "Wir sind in der Familie drin», habe es geheißen.

Der Prozess gegen die beiden Angeklagten wird in der kommenden Woche fortgesetzt - dann könnte auch bereits das Urteil verkündet werden.

Stand: 14.03.2018, 16:10