Acht Jahre Haft nach Mordversuch an Ex-Freundin in Düren

Eine Betonwand mit der Aufschrift ,,Justizzentrum Aachen"

Acht Jahre Haft nach Mordversuch an Ex-Freundin in Düren

Von Helga Lennartz

Das Landgericht Aachen hat einen 31-jährigen Gewalttäter wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung verurteilt – zu acht Jahren Haft. Der Mann hatte im vergangenen März versucht, seine Ex-Freundin in Düren umzubringen.

Die Tat geschah vor den Augen der gemeinsamen, 3-jährigen Tochter. An einem Morgen war der Angeklagte in die Wohnung der Ex-Freundin eingedrungen und hatte sie bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt. Dabei rief er, er werde die Frau und das Kind umbringen.

Frau gerät in Panik und gelingt Flucht

Als die Ex-Freundin wieder zu sich kam, stürzte sich der Mann erneut auf sie, so die Richter. Im Gerangel verletzte er sie schwer am Ohr. In Todesangst sei die 29-Jährige aus dem Fenster gesprungen, der Angeklagte hinterher. Die Frau konnte sich in ein Nachbarhaus retten.

Mutter und Tochter ziehen in Frauenhaus

Das Ohr konnten Ärzte der Frau später wieder annähen. Drei Tage lang lag sie im Krankenhaus. Danach kehrt sie nicht mehr nach Düren in ihre Wohnung zurück, sondern zog mit der kleinen Tochter in ein Frauenhaus.

Unterschiedliche Sichtweisen in Prozess

Im Prozess, etwa sechs Monate später, bestätigte die Ex-Freundin in ihrer Zeugenaussage weitgehend die Vorwürfe des Staatsanwalts, der 31-Jährige habe sie geschlagen und gewürgt. Sie habe keine Luft mehr bekommen, so die Frau aufgewühlt.

Der 31-Jährige schilderte vor Gericht eine andere Version der Ereignisse. Er habe nur seine Tochter sehen wollen. Nach einem Streit habe er die Ex-Freundin spontan gepackt und heftig geschüttelt, nicht gewürgt. Er habe sie nicht töten wollen.

Das wiederholte er am Dienstag vor Gericht in seinem Schlusswort. Die Richter glaubte ihm aber nicht und bewerteten in ihrem Urteil die Tat des Mannes als versuchten Mord.

Stand: 14.09.2021, 17:14