Prozess um mutmaßliche Vergewaltigung ausgesetzt

Ein Angeklagter sitzt neben seiner Verteidigerin im Gerichtssaal.

Prozess um mutmaßliche Vergewaltigung ausgesetzt

  • 2013 soll ein Mann eine 13-Jährige vergewaltigt haben
  • Anklage: In seiner Wohnung gab er ihr K.O.-Tropfen
  • Verteidigung zweifelt Aussagefähigkeit des Opfers an

Der Angeklagte soll sein jugendliches Opfer 2013 einen Tag lang festgehalten, es betäubt und vergewaltigt haben, sagt die Anklage. Die Verteidigung hat Zweifel. Nach der Anklageverlesung am Mittwochmorgen (17.04.2019) war vor dem Amtsgericht in Wuppertal deshalb bald wieder Schluss. Das vermeintliche Opfer sei erst am Vortag psychologisch untersucht worden, so die Verteidigung. Sie brauche Vorbereitungszeit, das für sich auszuwerten. Auch habe die Jugendliche "ein schwer problematisches Leben hinter sich, mit Polizei-Einsätzen und Drogen."

Bruchstückhafte Aussagen und Erinnerungslücken

Auch die psychologische Gutachterin sprach von Zweifeln an der "Aussagetüchtigkeit" der Jugendlichen. Das zu beurteilen sei aber nicht ihr Fachgebiet, dafür müsse ein speziell ausgebildeter Forensiker geholt werden.

Prozess geht wieder in die Verlängerung

Am Ende wurde dann auch genau das beschlossen. Ein Forensischer Gutachter "soll die Frage beantworten, ob die vermeintlich Geschädigte überhaupt in der Lage ist, kognitiv eine Aussage zu tätigen," sagte Gerichtssprecherin Gülsüm Yilmaz, "Das wiederum soll der Aussage-Psychologin helfen, die letztlich die Glaubwürdigkeit der vermeintlich Geschädigten beurteilen soll."

Prozess bis zu neuem Gutachten ausgesetzt

Rund sechseinhalb Jahre nach der Tat ist somit noch kein Ende abzusehen – weder für die Jugendliche noch für den Angeklagten. Der sagte: "Es geht schließlich um meine Zukunft."

Stand: 17.04.2019, 16:40