Prozess um Böllerwurf bei Fußballderby

Der Angeklagte und seine Anwältin sitzen zusammen im Gerichtssaal

Prozess um Böllerwurf bei Fußballderby

Von Jochen Hilgers

Ein Böllerwurf beim Fußball-Derby des 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach vergangenes Jahr beschäftigt seit Dienstag das Kölner Landgericht. Angeklagt ist ein 35 Jahre altes Mitglied der FC-Ultras.

Ihm wird die Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. 23 Menschen, überwiegend Fotografen, Kameraleute und Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes, wurden bei der Detonation zum Teil schwer verletzt. Manche, die ein Knalltrauma und einen Schock erlitten, leiden bis heute an den Folgen.

Geständnis vor Gericht

Der Angeklagte hat den Böllerwurf am Dienstag gestanden. Er habe nicht weiter nachgedacht, sagt er. Gleichzeitig hat sich der Angeklagte beschwert. Auch er sei traumatisiert, könne nicht mehr Silvester feiern wegen der Böllerei. Und die Schmerzensgeldforderungen gegen ihn würden ihn in die Insolvenz führen.

Dem 35-Jährigen droht eine Haftstrafe ohne Bewährung. Dazu Schadenersatz-und Schmerzensgeldzahlungen in mindestens fünfstelliger Höhe.

Kein unbeschriebenes Blatt

Der Mann ist laut Gericht mehrfach vorbestraft und wurde auch wegen Zeigens des Hitlergrußes zu einer Geldstrafe verurteilt. Das Gericht will an fünf Verhandlungstagen insgesamt 30 Zeugen hören.

Stand: 24.11.2020, 14:13