Aachener Landgericht: Prozess um Tod eines Babys

Zu sehen ist eine Außenansicht des Justizzentrums in Aachen.

Aachener Landgericht: Prozess um Tod eines Babys

Von Helga Lennartz

  • Familienvater aus Eschweiler soll Sohn misshandelt haben
  • Säugling starb zwei Tage später
  • Prozessstart am Aachener Landgericht

Vor dem Aachener Landgericht hat am Montag (10.09.2018) der Prozess um den gewaltsamen Tod eines Babys in Eschweiler begonnen. Angeklagt ist der Vater des Kindes. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 30-Jährigen Körperverletzung mit Todesfolge vor.

Mutter als Nebenklägerin

Am ersten Prozesstag schwieg der Angeklagte zu den Vorwürfen. Er wurde von der Mutter des Kindes als "aggressiv und ungeduldig" beschrieben. Sie tritt im Prozess als Nebenklägerin auf.

Baby wollte nicht essen

Der Junge wurde nur sieben Monate alt. Er starb im Mai in der elterlichen Wohnung in Eschweiler. Verantwortlich für den Tod des Kindes soll der angeklagte Vater sein. Er soll seinen Sohn schwer misshandelt haben.

Die Staatsanwaltschaft geht bislang davon aus, dass der Vater das damals kranke Baby füttern wollte. Als es sich dagegen wehrte, soll der Vater gewalttätig geworden sein. 

Arzt konnte nicht mehr helfen

Zwei Tage später fand die Mutter das Kind blau angelaufen in seinem Bettchen und alarmierte sofort den Notarzt. Die Hilfe kam zu spät, der sieben Monate alte Säugling starb. 

Die Todesursache war zunächst unklar, äußerlich schien das Kind offenbar unversehrt. Deshalb wurde eine Obduktion durchgeführt. Der Rechtsmediziner stellte fest, dass der Säugling an schweren Kopfverletzungen gestorben ist. 

Kurze Zeit später wurde der Vater als mutmaßlicher Täter festgenommen. Auch wurde der Zwillingsbruder des verstorbenen Babys untersucht. Der kleine Junge wies aber keine Verletzungen auf.

Das Urteil des Aachener Landgerichts wird für Anfang Oktober erwartet.

Stand: 10.09.2018, 14:00