Bonner Cum-Ex-Prozess kann beginnen

Das Landgericht in Bonn aus frontaler Ansicht.

Bonner Cum-Ex-Prozess kann beginnen

Von Jochen Hilgers

  • Steuerbetrug in Milliarden-Höhe
  • Angeklagte reisen aus GB an
  • Prozess beginnt im September

Das Landgericht Bonn bestätigte am Dienstag (16.07.2019) offiziell die Zulassung der Klage bei der Wirtschaftsstrafkammer. Der Prozess will den möglicherweise systematischen Steuerbetrug bei Aktienkäufen aufarbeiten.

Die 41 und 38 Jahre alten Angeklagten aus Großbritannien wurden heute ebenfalls über die offizielle Verfahrenseröffnung informiert. Ab Anfang September müssen sie mehrmals wöchentlich nach Bonn reisen und dem Prozess beiwohnen.

Kronzeugen sagen aus

Ihnen wird besonders schwere Steuerhinterziehung in 34 Fällen vorgeworfen. Der Schaden beläuft sich laut Anklage auf mehr als 440 Millionen Euro. Nach WDR-Informationen handelt es sich bei den beiden Beschuldigten um Kronzeugen der windigen Cum-Ex-Geschäfte.

Jahrelange Ermittlungen

Sie sollen bei der für die Ermittlungen federführenden Staatsanwaltschaft Köln mehrere Tage umfassend ausgesagt und die Ermittlungen dadurch erheblich vorangebracht haben. Seit Jahren ermittelt die Kölner Staatsanwaltschaft gegen Dutzende Manager aus dem In-und Ausland.

Europaweiter Milliarden-Betrug

Im Kern ging es bei Cum-Ex-Geschäften darum, bei Aktiengeschäften durch Scheingeschäfte Steuererstattungen im großen Stil zu erschleichen. Den Schaden, der euopaweit entstanden ist, schätzen Experten auf rund 55 Milliarden Euro.

Stand: 16.07.2019, 15:49