Prozess gegen mutmaßliche Mafiosi nach Düsseldorf verlegt

Prozessgebäude des Düsseldorfer Oberlandesgerichts

Prozess gegen mutmaßliche Mafiosi nach Düsseldorf verlegt

Für einen großen Prozess gegen mutmaßliche Mafiosi der italienischen 'Ndrangheta weicht das Duisburger Landgericht aus Sicherheitsgründen nach Düsseldorf aus.

Nach Angaben des Oberlandesgerichts geht es um den Handel mit rund 680 Kilogramm Kokain. Angeklagt seien 14 Männer, von denen fünf Mafiosi sein sollen.

Handel mit Kokain und Marihuana

Mit 57 Umzugskartons voller Ermittlungsakten, mehreren Terabyte Daten und einer 650 Seiten langen Anklageschrift wird ihnen der Prozess im Hochsicherheitstrakt gemacht. Die Beschuldigten sollen von Januar 2014 bis Dezember 2018 im großen Stil mit Kokain und Marihuana gehandelt haben.

Um den Drogenhandel zu tarnen, seien eigens Unternehmen gegründet worden. Das Kokain sei dann mit Reis-, Bananen- oder Holzlieferungen nach Europa gebracht worden. Einige Angeklagte hätten abhörsichere Mobiltelefone genutzt. Restaurants und Eiscafés hätten der Geldwäsche gedient.

Prozessbeginn am 12. Oktober

Die Angeklagten müssen sich in unterschiedlicher Zusammensetzung außerdem wegen der Bildung und Unterstützung einer kriminellen Vereinigung, Geldwäsche, Betrugs, Steuerhinterziehung und Verstößen gegen das Waffengesetz verantworten. Der Prozess beginnt am 12. Oktober. Bislang sind 90 Verhandlungstage angesetzt.

Stand: 22.09.2020, 07:06