Brandstiftung: Prozess in Bonn gegen 15-Jährigen

Amtsgericht Bonn.

Brandstiftung: Prozess in Bonn gegen 15-Jährigen

  • 15-Jähriger wegen Brandstiftung vor Gericht
  • Schaden beläuft sich auf eine halbe Millionen Euro
  • Angeklagter gestand Tat

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hat am Donnerstag (13.02.2020) der Prozess gegen einen 15-jährigen Schüler wegen besonders schwerer Brandstiftung vor dem Bonner Amtsgericht angefangen.

Angezündete Matratze löste Großbrand aus

Der Jugendliche hatte im Sommer 2019 ein Großfeuer ausgelöst, das eine Schreinereiwerkstatt und das angrenzende Wohnhaus eines Godesberger Familienbetriebes niedergebrannt hat.

Wie eine Gerichtssprecherin mitteilte, hat der 15-Jährige gestanden, die Matratze, die für den Sperrmüll an einer Hecke gelehnt war, mit einem Sturmfeuerzeug angezündet zu haben. Für ihn sei nicht erkennbar gewesen, dass sich daraus so ein Brand entwickeln würde. Alles was passiert sei, täte ihm sehr leid, sagte er, ein solches Feuer habe er niemals beabsichtigt

Im August war der Angeklagte mit Freunden unterwegs gewesen. Als er sah, wie das Feuer von der Matratze auf eine Hecke übergriff, soll er den Tatort verlassen haben. Nur einer der Jugendlichen versuchte vergeblich, das Feuer zu löschen. Eine Passantin rief die Feuerwehr.

Angeklagter stellte sich selbst

Der 15-jährige Angeklagte hatte sich Tage später bei der Polizei gemeldet. Er ist nicht vorbestraft. Der Schaden des Großbrandes für den der Schüler zivilrechtlich haften wird, beläuft sich auf über eine halbe Million Euro.   

Im Zentrum des Prozesses steht die rechtliche Frage, ob der 15-Jährige fahrlässig oder bedingt vorsätzlich gehandelt hat. Die Einschätzung läge im subjektiven Bereich, so die Gerichtssprecherin. Die Anklage geht von einem Vorsatz aus.  Der Prozess soll Anfang März  fortgesetzt werden.

Stand: 13.02.2020, 15:14

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