Neuer Prozess um "Scharia-Polizei" in Wuppertal

Scharia-Polizei [Montage] Symbolbild

Neuer Prozess um "Scharia-Polizei" in Wuppertal

  • Selbsternannte "Scharia-Polizei" geht 2014 durch Wuppertal
  • Bundesgerichtshof hob Freisprüche auf
  • Islamist Sven Lau muss Freitag aussagen

Das Wuppertaler Landgericht beschäftigt sich ab Montag (20.05.2019) erneut mit der so genannten "Scharia-Polizei". Eine Gruppe junger Männer war 2014 mit Warnwesten durch die Stadt gezogen, die diese Aufschrift trugen. Der Gang der "Scharia-Polizei" durch Wuppertal löste bundesweit Empörung über die Islamisten aus. Nach dem Freispruch in erster Instanz muss das Landgericht jetzt erneut verhandeln. Am Montag schwiegen die sieben Angeklagten zum Tatvorwurf.

Anfang September 2014 halten Passanten die Männer in Warnwesten für einen Junggesellen-Abschied. Die Gruppe verteilt Karten, auf denen steht: "Shariah controlled Zone". Ihre "Zielgruppe" sind junge Muslime, die sie von Spielhallen und Bordellen fernhalten wollen – sagen sie. Dokumentiert in Videos, die sie während ihres Gangs durch Wuppertal selbst drehen.

Warnwesten als Uniform?

Ein Mann schaut  in Köln  auf die Berichterstattung über die Scharia-Polizei im Internet

Mit diesen Warnwesten zogen die Männer durch die Stadt.

Die Warnwesten sind handelsüblich, die Aufschrift "Shariah Police" wohl selbstgemacht. Das Landgericht will den Prozess nicht eröffnen, die Staatsanwaltschaft setzt das über das Oberlandesgericht Düsseldorf durch. In erster Instanz dann der Freispruch vom Vorwurf des Verstoßes gegen das Uniformverbot.

Eine bedrohliche Wirkung sieht die Kammer damals nicht - der BGH in seiner Entscheidung aber schon. Vor allem auf junge Muslime.

Anführer Sven Lau

"Wir suchen nach unseren verloren gegangenen Geschwistern“, sagt Sven Lau in einem der selbst gedrehten Videos. Er war in Wuppertal Sprecher der selbsternannten Sittenwächter und wurde später wegen der Unterstützung einer Terroristischen Vereinigung zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt und gerade erst auf Bewährung entlassen.

Er muss am kommenden Freitag (24.05.2019) im Prozess aussagen und soll sich inzwischen von der Islamisten-Szene distanziert haben.

Stand: 20.05.2019, 14:33