Prozess um Unfallflucht mit Todesfolge unerwartet geplatzt

Prozess um Unfallflucht mit Todesfolge unerwartet geplatzt

  • Verteidiger wurde nicht geladen
  • Radfahrer kam bei Unfall ums Leben
  • Anklage lautet auf Mord durch Unterlassen

Vor dem Aachener Schwurgericht sollte am Mittwoch (19.02.2020) über eine Unfallflucht bei Würselen verhandelt werden. Ein Radfahrer war bei dem Unfall ums Leben gekommen. Zwei Männer hatten - statt zu helfen - offenbar alles vertuschen wollen. Wegen eines Formfehlers platzte heute der Prozessauftakt.

Ein Verteidiger war nicht ordnungsgemäß zum Prozess geladen worden. Die Folge: Die Verhandlung wurde abgebrochen, ab dem 28. Februar 2020 wird der Fall neu starten. Dann muss auch noch einmal die Anklageschrift verlesen werden.

Fahrlässige Tötung, Unfallflucht und versuchter Mord

Der Hauptangeklagte sitzt auf der Anklagebank zwischen seinen Verteidigern

Der Hauptangeklagte (vorne, Mitte) hat eine Aussage angekündigt

Die Anklage wirft dem mittlerweile 35 Jahre alten Hauptangeklagten aus Würselen unter anderem fahrlässige Tötung, Unfallflucht und versuchten Mord durch Unterlassen vor. Dem 42 Jahre alten Mitangeklagten aus Eschweiler wird Beihilfe vorgeworfen.

Unfallwagen gegen neuen PKW ausgetauscht

Während der Radfahrer im Sterben lag, soll der Angeklagte alles getan haben, um seine Unfallbeteiligung zu vertuschen. Der heute 35-Jährige hatte keinen Führerschein und zudem Alkohol getrunken. Mit Hilfe eines Freundes, der damals hinter ihm hergefahren war, soll er seinen beschädigten Wagen abgeschleppt und versteckt haben. Laut Anklage kaufte er kurz danach ein baugleiches Auto und stellte es vor die Tür. Der Schwindel fiel schnell auf, die Männer wurden festgenommen.

Stand: 19.02.2020, 15:13

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