Prozess in Aachen um Tod eines Jungen

Außenansicht des Aachener Justizzentrums

Prozess in Aachen um Tod eines Jungen

  • Kind nach Darmverschluss 2017 gestorben
  • Junge soll verwahrlost gewesen sein
  • Chaos und Drogen in der Wohnung der Eltern

Das Landgericht Aachen verhandelt seit Donnerstag (11.04.2019) über den Tod des fünf Jahre alten Nico. Angeklagt sind seine Eltern aus Eschweiler. Sie sollen ihr krankes Kind nicht zu einem Arzt gebracht haben. Am ersten Verhandlungstag schwiegen sie zu den Vorwürfen.

Kind im verwahrlosten Zustand

Der Junge war 2017 an den Folgen eines Darmverschlusses gestorben. Zuvor soll er tagelang unter starken Bauchschmerzen und Erbrechen gelitten haben. Doch anstatt zum Arzt zu gehen, sollen die Eltern dem Kind nur Schmerzmittel und Abführmittel verabreicht haben. Ein Polizist sagte heute vor Gericht, das tote Kind war in einem unterernährten und stark verwahrlosten Zustand. Das sei ein erbärmliches Bild gewesen.

Waren die Eltern mit dem kranken Kind überfordert?

Die Eltern hätten den Ernst der Lage erkennen müssen, argumentiert die Staatsanwaltschaft. Schließlich sei der Junge wegen Magen-/Darmproblemen bereits seit Längerem in ärztlicher Behandlung gewesen. Der Notarzt sei aber erst alarmiert worden, als das Kind tot war. Der 35 Jahre alte Vater verfolgte heute blass und sichtlich angespannt den ersten Prozesstag auf der Anlagebank. Seine 34 Jahre alte Frau zeigte neben ihm scheinbar keine Regung.

Drogen im Haus der Eltern gefunden

Bei der späteren Wohnungsdurchsuchung trafen die Beamten auf ein unbeschreibliches Chaos. Im Rucksack des Vaters wurde zudem die Droge Amphetamin gefunden. Vor Gericht muss nun auch geklärt werden, warum offenbar nur einem Nachbarn der Familie der schlechte Zustand des Kindes aufgefallen war.

Stand: 11.04.2019, 17:39

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