Felix Sturm widerspricht Anklagevorwürfen

Felix Sturm

Felix Sturm widerspricht Anklagevorwürfen

  • Prozess gegen Sturm am Kölner Landgericht
  • Vorwurf: Steuerhinterziehung und Doping
  • Sturm widerspricht Anklagevorwürfen teilweise

Der wegen Steuerhinterziehung angeklagte Ex-Box-Weltmeister Felix Sturm hat den Vorwürfen aus der Anklage gegen ihn am Dienstag (05.11.2019) teilweise widersprochen. Der 40-Jährige erklärte am zweiten Tag des Prozesses gegen ihn vor dem Landgericht Köln, dass er seit Herbst 2015 kein Geld mehr von einer Schweizer Sportvermarktungsagentur bekommen habe. Bei der Agentur habe er seit 2009 unter Vertrag gestanden.

Die Staatsanwaltschaft geht hingegen davon aus, dass Sturm noch bis 2017 regelmäßige Einnahmen über die Agentur bezogen habe. Die soll er dann gegenüber dem Fiskus verschwiegen haben.

Möglicher Verstoß gegen Anti-Doping-Gesetz

Dem Profi-Boxer wird vorgeworfen zwischen 2009 und 2017 rund 5,8 Millionen Euro Steuern hinterzogen zu haben. Außerdem wird dem 40-Jährigen ein Verstoß gegen das Anti-Dopinggesetz sowie Körperverletzung vorgeworfen.

Felix Sturm

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Sturms Verteidiger bezeichnet den Anklageteil über den Doping-Vorwurf als Nebensache. Tatsächlich soll die gefundene Menge dieser Substanz im Blut des Sportlers sehr gering gewesen sein. Dennoch ließ das Gericht die Anklage zu.

Sturm droht eine Strafe von bis zu zehn Jahren

Felix Sturm war auf der Fitnessmesse Fibo in Köln im April diesen Jahres festgenommen worden. Beschwerden gegen die Haft lehnten die zuständigen Gerichte mit dem Argument ab, dass Sturm auch die Staatsbürgerschaft von Bosnien-Herzegowina hat und dorthin flüchten könnte. Sturm wurde bereits vor einigen Jahren wegen eines Steuerdeliktes verurteilt und ist deshalb vorbestraft.

Sturms Verteidigung möchte, dass die Untersuchungshaft möglichst schnell aufgehoben wird - auch, damit das Training weitergehen kann. Ein Richter sagte, dass die Anwälte mehrfach das Gespräch mit der Gegenseite und dem Gericht gesucht hätten, um "die Hauptverhandlung abzurüsten".

Laut Kölner Landgericht könnte Felix Sturm im aktuellen Verfahren insgesamt eine Strafe von bis zu zehn Jahren drohen. Es sind insgesamt 23 Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil wird voraussichtlich Ende Februar 2020 gefällt.  

Prozessauftakt Felix Sturm 02:37 Min. Verfügbar bis 04.11.2020

Stand: 05.11.2019, 17:37