Prozess um versuchten Mord in Troisdorf

Angeklagte mit Verteidigern im Gerichtssaal.

Prozess um versuchten Mord in Troisdorf

Von Christoph Hengsen

  • Anklage wegen versuchten Mordes
  • Gebrauchtwagenhändler hilflos zurückgelassen
  • Beide Angeklagte gestanden die Tat

Vor dem Landgericht begann am Donnerstag (28.05.2020 ) ein Prozess gegen zwei Männer (22, 24) wegen gemeinschaftlichen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und schweren Raubes. Die beiden Männer sollen - so die Anklage - im November (2019) einen Gebrauchtwagenhändler in Troisdorf überfallen und lebensgefährlich verletzt haben.

Zu Prozessbeginn legten die beiden Angeklagten ein Geständnis ab. Sie hätten den Auftrag gehabt, bei ihrem Opfer einen bestimmten Schlüssel zu erbeuten. Für den Überfall hätten sie jeder 1.000 Euro bekommen. Beide gaben an, die Tat zu bereuen. Die Staatsanwaltschaft spricht von einem äußerst brutalen Überfall.

Bedrohung mit Pistole - Tritte gegen den Kopf

Zunächst sollen die Angeklagten ihr Opfer mit einer Pistole bedroht und dann durch Schläge mit Fäusten, einem mit Glasscherben besetzten Tischbein und Tritten gegen den Kopf beinahe getötet haben. Bevor sie den Geschäftsmann hilflos zurück ließen, so die Anklage, umwickelten sie seinen Kopf mit Klebeband.

Hoffnung auf Bargeld wurde entäuscht

Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass der Auftraggeber der Angeklagten im Büro des Autoverkäufers oder in dessen Kölner Wohnung einen hohen Bargeldbetrag vermutet hatte. Doch im Bürocontainer des Geschäftsmannes erbeuteten sie lediglich Fahrzeugschlüssel. Und auch als sie später die Kölner Wohnung des Opfers durchsuchten, gingen sie leer aus.

Drei Wochen nach dem Überfall konnte die Polizei die mutmaßlichen Täter in Duisburg festnehmen. Ein Urteil wird im Juni (2020) erwartet.

Stand: 28.05.2020, 15:25