Landgericht Bonn: Prozess gegen Kita-Einbrecher

Richterhammer, Justitia und Aktenmappen auf dem Tisch

Landgericht Bonn: Prozess gegen Kita-Einbrecher

Von Tobias Al Shomer

  • Angeklagt sind 46 Einbrüche in Zülpich
  • Betroffen: Schulen und Kitas
  • Kinder leiden darunter

Am Dienstag (13.03.2018) hat vor dem Bonner Landgericht der Prozess um eine Einbrecherbande aus Zülpich begonnen. Sie sollen für insgesamt 46 Einbrüche verantwortlich sein.

Angeklagte sollen 46 Einbrüche begangen haben

Zwei Männern, 31 und 37 Jahre alt, aus der Eifel wird vorgeworfen in Zülpich serienmäßig eingebrochen zu haben - in der Zeit von Oktober 2015 bis Januar 2017. Zum Auftakt zeigten sich die Angeklagten teilweise geständig.

Einbrecher richtete sich im Keller häuslich ein

Den Einbruch in den Kindergarten "Kleine Freunde" in Zülpich-Hoven soll einer der beiden Angeklagten alleine begangen haben.

Er kam offensichtlich nachts am Wochenende und raubte den Kindergarten "Kleine Freunde" aus. Er soll Digitalkameras und einen erst zwei Monate alten Beamer mitgenommen haben. Eilig hatte er es offenbar nicht: Als Kita-Leiterin Angela Fischer an einem Samstag im Juni 2016 den Einbruch bemerkt, fand sie im Keller ein kleines Schlaflager und eine angebrochene Tüte Apfelsaft.

Einbrüche sollen aus Geldnot erfolgt sein

Die beiden Angeklagten und ihre Anwälte im Gerichtssaal des Bonner Landgerichts

Die beiden Angeklagten und ihre Anwälte im Gerichtssaal

Die mutmaßlichen Einbrecher sollen auch in Schulen, Altenheimen und in ein Jugendzentrum eingestiegen sein. Verteidiger Albert Stumm sagt, dass es aus Geldnot geschehen sei. Dass er deshalb sogar in gemeinnützige Einrichtungen eingebrochen sei, bedauere sein Mandant inzwischen, erklärte Stumm.

Kita schon häufig von Einbrüchen betroffen

Kita-Leiterin Angela Fischer ist froh, dass die Täter geschnappt sind. Schon fünf Mal sei in den letzten Jahren in ihrer Kita eingebrochen worden. Besonders schlimm sei es gewesen, wenn unter der Woche eingebrochen werde. Dann bekommen es häufig auch die Kinder mit. Die Kleinen beschäftige das dann schon, erklärt Fischer. Oft würden die Kinder dann befürchten, dass die Einbrecher auch zu ihnen nach Hause kommen könnten.

Stand: 13.03.2018, 14:00