Volksverhetzung via Twitter: Düsseldorferin nicht erschienen

Volksverhetzung via Twitter: Düsseldorferin nicht erschienen

Von Martin Höke

  • Düsseldorferin wegen Volksverhetzung vor Gericht
  • Die 51-Jährige erschien nicht zur Verhandlung
  • Deswegen wurde die Verhandlung zunächst vertagt
  • Es wird geprüft, ob ein Haftbefehl erlassen wird

Weil die angeklagte Düsseldorferin zur Verhandlung am Freitag (10.08.2018) nicht erschienen ist, hat das Amtsgericht den Prozess um Volksverhetzung vertagt. Die Richterin prüft jetzt, ob die 51-Jährige zum nächsten Termin von der Polizei vorgeführt oder ein Haftbefehl erlassen wird.

Düsseldorferin leugnete den Holocaust

Die 51-Jährige hat laut Anklage unter anderem den Völkermord an den Juden geleugnet. Damit reagierte sie auf die ARD-Talkshow "Anne Will" Ende Januar zum Gedenken an den Holocaust. In der Sendung war die 93-jährige Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano zu Gast. Sie hatte von ihren Erlebnissen in dem Vernichtungslager berichtet. Das war für Angeklagte, die sich selbst als Autorin und Unternehmerin bezeichnet, offenbar zuviel.

Twitter Account auf einen Smartphone

Twitter-Account auf einen Smartphone

Noch während der Talkshow soll die Düsseldorferin via Kurznachrichtendienst Twitter in ihrem Blog den Völkermord an den Juden geleugnet haben. Wenige Minuten später soll sie auch die SS-Einheiten, die bis Kriegsende 1945 für die Bewachung der Konzentrations- und Vernichtungslager zuständig waren, als menschlich bezeichnet  und damit verharmlost haben.

Kurz darauf hatten mehrere Leser der Tweets die Bloggerin und selbsternannte Justizkritikerin wegen Volksverhetzung angezeigt. Der Staatsanwalt wertete den Twitter-Blog der Düsseldorferin aus und erhob Anklage.

Schon mal wegen Volksverhetzung vor Gericht

Die 51-Jährige war erst einen Monat vor der ARD-Sendung wegen Volksverhetzung zu knapp 1.800 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Da hatte sie Beweise für die 6 Millionen ermordeten Juden gefordert und so den Holocaust geleugnet.

Jetzt droht ihr sogar eine Bewährungsstrafe.

Stand: 10.08.2018, 16:22