Prozess in Düsseldorf: Kind getötet, um Mutter zu bestrafen?

Ein wegen Mordes an seiner siebenjährigen Tochter angeklagter Familienvater steht mit seinen Verteidigern in einem Saal im Land- und Amtsgericht Düsseldorf.

Prozess in Düsseldorf: Kind getötet, um Mutter zu bestrafen?

  • Prozess um getötetes Kind
  • Vater soll eifersüchtig gewesen sein
  • Tochter erwürgt aufgefunden

Ein tödliches Eifersuchtsdrama wird seit Freitag (18.01.2019) vor dem Düsseldorfer Landgericht verhandelt. Ein 33-jähriger Familienvater muss sich wegen Mordes verantworten.

Mann soll eigene Tochter erwürgt haben

Er soll Mitte Juli seine kleine Tochter aus Wut über seine Ehefrau erwürgt haben. Der Mann habe seine siebenjährige Tochter ermordet, um seine Frau zu bestrafen, so die Staatsanwältin. Der Mann sei eifersüchtig gewesen und habe der Mutter Untreue unterstellt.

Frau musste per Videotelefonat zusehen

Laut Anklage hatte er während eines Videotelefonats das weinende Kind mit einer echt wirkenden Pistole bedroht, um seine Frau unter Druck zu setzen. Die 44-Jährige alarmierte die Polizei. Eine Spezialeinheit fuhr zu der Wohnung in Düsseldorf. Nach einer Stunde ergab sich der Angeklagte mit der leblosen Tochter im Arm.

Angeklagter schweigt zu Vorwürfen

Vor Gericht schwieg der Mann zu den Vorwürfen. Jedoch las der Richter Aussagen seiner Anwälte vor. Diese hatten im Scheidungsverfahren der Eltern behauptet, der Tod des Mädchens sei ein Unfall gewesen. Weil er befürchtete, die Polizei würde seine Wohnung stürmen, habe der Vater seine Tochter in einen Abstellraum in Sicherheit bringen wollen. Dabei sei er zwei Mal gestolpert und auf seine Tochter gefallen, die dann gegen ein Metallregal stürzte.

Der Rechtsmediziner schließt dies jedoch als Todesursache aus. Die Siebenjährige sei erstickt.

Aussage eines Polzisten belastet Angeklagten

Außerdem sagte ein Polizist als Zeuge aus. Er berichtete, dass der Angeklagte auf dem Weg zu seiner Vernehmung erzählte, dass seine Frau ihn betrügen würde. Als der Polizist ihn fragte, was in der Wohnung passiert sei, habe er geantwortet: "Es hat Klick im Kopf gemacht und dann ist es passiert."

Die Mutter des Mädchens war am ersten Prozesstag nicht im Gerichtssaal. Sie wird beim nächsten Prozesstag als Zeugin gehört.

Stand: 18.01.2019, 17:38

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