Stolberg: Prozess um Brandanschlag auf Journalisten-Auto

Amtsgericht Eschweiler

Stolberg: Prozess um Brandanschlag auf Journalisten-Auto

Von Helga Lennartz

  • Angst vor negativer Berichterstattung
  • Angeklagter wollte Journalist Denkzettel verpassen
  • Porsche in Stolberg angezündet

Fünf Monate nach einem Brandanschlag auf ein Journalistenauto in Stolberg hat am Mittwoch (20.03.2019) der Prozess gegen die mutmaßlichen Täter begonnen. Verhandelt wird der Fall vor dem Jugendschöffengericht in Eschweiler, weil der Hauptangeklagte erst 19 Jahre alt ist. Hinter der Tat soll ein Racheakt stecken.

Wollte sich an Journalist rächen

Drahtzieher der Brandstiftung soll der 19 Jahre alte Angeklagte aus Stolberg gewesen sein. Er habe sich an dem Journalisten rächen wollen, weil dieser über das Geschäftsgebaren des jungen Mannes recherchiert hatte. Laut Anklage habe sich der 19-Jährige unter Druck gesetzt gefühlt. Er habe befürchtet, eine negative Berichterstattung könne seinem Restaurantbetrieb finanziell schaden.

Zwei Komplizen angeheuert

Der 19-Jährige soll dann die Brandstiftung geplant und zwei Komplizen dafür angeheuert haben. Seinem 31 Jahre alten Mitangeklagten habe er 12.000 Euro für die Tat versprochen. Der dritte Mann, der bei der Brandstiftung mitgemacht haben soll, steht nicht vor Gericht, er ist zwischenzeitlich verstorben.

Tat mit Handy gefilmt

Am 16. Oktober 2018 soll das Trio in den frühen Morgenstunden zu dem Haus des Journalisten nach Stolberg gefahren sein. Dort soll der 31 Jahre alte Angeklagte Benzin am Porsche Cayenne des Journalisten verschüttet haben. Dann wurde der rund 100.000 Euro teure Wagen angezündet. Das alles soll der 19 Jahre alte Angeklagte aus sicherer Entfernung mit seinem Handy gefilmt haben.

Familie bis heute traumatisiert

Die Bewohner des Hauses bemerkten den Brand schnell, die Ehefrau des Journalisten war durch einen lauten Knall aufgewacht und hatte alle gewarnt, bevor die Flammen auf das Wohnhaus übergreifen konnten. Die Familie ist bis heute traumatisiert.

Vor Gericht schweigen die beiden mutmaßlichen Täter bislang zum Vorwurf der  gemeinschaftlichen Brandstiftung. Zum Prozessauftakt wurde bekannt, dass dem 19 Jahre alten Angeklagte auch diverse Betrugsdelikte vorgeworfen werden. Diese Fälle sollen nun mitverhandelt werden.

Der Prozess wird am 4. April fortgesetzt.

Stand: 20.03.2019, 10:22