Prozess um Brand in Flüchtlingsheim

Justizzentrum Landgericht Aachen

Prozess um Brand in Flüchtlingsheim

Von Helga Lennartz

Der Brand in einer Flüchtlingsunterkunft bei Schleiden beschäftigt das Landgericht Aachen. Dem Bewohner, der das Feuer gelegt haben soll, wird versuchter Mord vorgeworfen.

Heimtückisch soll der Angeklagte in den frühen Morgenstunden des 29. Januar 2021 ein Sofa in der Holzbaracke angezündet und danach den Raum zugesperrt haben. Der 29-Jährige habe dabei den Tod seiner Mitbewohner billigend in Kauf genommen, ist der Staatsanwalt überzeugt.

Gebäude wurde zerstört

Das Feuer griff schnell um sich. Eine Mitarbeiterin des Sicherheitsdienstes erlitt eine Rauchvergiftung und musste ins Krankenhaus. Die elf Bewohner der Flüchtlingsunterkunft konnten sich unverletzt retten.

Der Brand hatte einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Rund 100 Löschkräfte kämpften gegen die Flammen, dennoch wurde das Holzgebäude komplett zerstört. Der Sachschaden wird auf rund 100.000 Euro geschätzt. Die Bewohner mussten von jetzt auf gleich in andere Quartiere umziehen.

Motiv unklar

Zehn Tage später wurde der Angeklagte festgenommen. Warum er das Feuer in Schleiden gelegt haben soll, ist bisher unklar.

Wenige Stunden vor dem Großbrand in Schleiden soll der Mann bereits zwei Feuerwehreinsätze ausgelöst haben. Laut Anklage betätigte er zunächst den Alarmknopf, ohne dass es brannte. Kurze Zeit später soll er eine Mülltüte angezündet haben. Die konnte jedoch vom Sicherheitsdienst gelöscht werden. In beiden Fällen war die Feuerwehr angerückt.

Vor Gericht schweigt der Angeklagte bislang zum schweren Vorwurf. Gegenüber einer psychischen Sachverständigen hatte er die Brandstiftung bestritten. Vier Verhandlungstage hat das Aachener Landgericht bislang für die Klärung des Falls vorgesehen. Das Urteil wird für Anfang Oktober erwartet.

Stand: 22.09.2021, 11:59