Brandstiftung: Prozess in Aachen

Rotes Backsteingebäube mit einer Hofeinfahrt, davor eine Stele mit der Aufschrift Justizzentrum

Brandstiftung: Prozess in Aachen

Von Ingo Wagner

  • Matratzen und Sperrholz im Keller angezündet
  • Feuer in Mehrfamilienhaus bedrohte 30 Menschenleben
  • Allgemeiner Frust über Lebensumstände soll laut Anklage Motiv sein

Vor dem Landgericht in Aachen müssen sich seit Montag (02.09.2019) eine 38-jährige Frau und ein 45-jähriger Mann aus Alsdorf wegen Brandstiftung und versuchten Mordes verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, im Januar und Februar immer wieder Feuer gelegt zu haben. Dabei hätten in dem Mehrfamilienhaus, in dem die Angeklagten wohnten, mehr als 30 Menschen umkommen können. Am ersten Prozesstag wurden erste Zeugen gehört.

Brandstiftung zum Frustabbau?

Als Tatmotiv sieht die Staatsanwaltschaft bei der 38-Jährigen und ihrem 45 Jahre alten Partner allgemeine Frustration und Unzufriedenheit über ihre Lebensumstände. Jedenfalls, so die Anklage, sollen die Beiden im Januar erst Sperrholz und Sperrmüll in einem Kellerverschlag des Mehrfamilienhauses, in dem sie lebten, angezündet haben, im Februar dann mehrere Matratzen. In beiden Fällen kam die Feuerwehr rechtzeitig und konnte das Schlimmste verhindern.

Anklage spricht von versuchtem Mord

Die Staatsanwaltschaft sieht diese Brandstiftung aber als versuchten Mord. Denn spätestens beim zweiten Mal, so die Anklage, hätte den mutmaßlichen Tätern klar sein müssen, dass die mehr als 30 Bewohner des Mehrfamilienhauses in dem Feuer hätten sterben können. Das Gericht hat vier Verhandlungstage Zeit, näher auf die Persönlichkeit und die möglichen Motive der Angeklagten einzugehen.   

Stand: 02.09.2019, 11:55

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