Mutmaßlicher Brandstifter aus Siegburg vor Gericht

Anwalt und Angeklagter (unkenntlich gemacht) sitzen vor dem Bonner Landgericht.

Mutmaßlicher Brandstifter aus Siegburg vor Gericht

Von Christoph Hensgen

  • Siegburger muss sich wegen versuchten Mordes vor dem Bonner Landgericht verantworten
  • Beschuldigter nach Flucht in Österreich festgenommen
  • Unterbringung in Psychiatrie wahrscheinlich

Vor dem Bonner Landgericht muss sich ab Donnerstag (05.09.2019) ein 30-Jähriger wegen versuchten Mordes verantworten. Weil seine Wohnung in Siegburg zwangsgeräumt werden sollte, soll der Mann sie laut Staatsanwaltschaft angezündet haben. Zuvor, so der Vorwurf, habe er Rauchmelder zerstört und die Haustür zugeklebt.

Wohl Rache an Vermieter

Für drei Bewohner des Mehrfamilienhauses hätte das Feuer im März diesen Jahres zu einer tödlichen Falle werden können, so die Staatsanwaltschaft. Denn der Mann habe weitere Menschen schädigen wollen – aus Rache an seinem Vermieter. Deshalb muss sich der 30-Jährige nicht wegen besonders schwerer Brandstiftung, sondern versuchten Mordes verantworten.

Haustür zugeklebt, Rauchmelder zerstört

Die Feuerwehr war bei dem Brand zwar schnell da, kam aber nicht ins Gebäude: Türschloss und Türblatt waren mit Flüssigkleber zugeklebt. Die Einsatzkräfte mussten sich deshalb gewaltsam Zutritt verschaffen. Trotzdem konnten sie verhindern, dass das Feuer auf das ganze Gebäude übergriff.

Mit Hammer bewaffnet zum Büro des Vermieters

Noch während der Löscharbeiten fahndete die Kriminalpolizei nach dem Mieter der Wohnung. Laut Polizei war er am Tag vor der Brandstiftung schon vor dem Siegburger Büro der Vermietungsgesellschaft erschienen und soll versucht haben, mit einem Hammer gewaltsam einzudringen. Dem 30-Jährigen war gekündigt worden, weil er monatelang keine Miete bezahlt haben soll.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er anschließend zurück nach Hause ging und das Feuer legte. Anschließend floh der Mann nach Österreich und stellte sich dort Stunden später der Polizei.

Beschuldigter psychisch krank

Da der Beschuldigte psychisch krank und dementsprechend schuldunfähig ist, wird er im Falle einer Verurteilung nicht ins Gefängnis, sondern in eine geschlossene Einrichtung kommen. Ein Urteil wird im Oktober erwartet.

Stand: 05.09.2019, 05:00

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