Wegen Untreue - Bewährungsstrafe für Aachener Weihbischof

Symbol: Justitia

Wegen Untreue - Bewährungsstrafe für Aachener Weihbischof

Von Thomas Wenkert

Das Amtsgericht Kerpen hat für den Aachener Weihbischof Bündgens eine Bewährungsstrafe von neun Monaten wegen Untreue verhängt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, die Vollmacht einer vermögenden Witwe missbraucht und rund 130 000 Euro auf sein Privatkonto überwiesen zu haben.

Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklage davon aus, dass das Opfer unter Demenz litt und möglicherweise nicht mehr geschäftsfähig war. Der Weihbischof soll eine Vollmacht über das Konto der Frau gehabt haben. Rund 130.000 Euro sollen in den Kauf eines Hauses in Aachen geflossen sein, das insgesamt 600.000 Euro gekostet hat. Als Gegenleistung sollte die Bekannte ein lebenslanges Wohnrecht in der Immobilie erhalten.

Doch darüber gibt es keinen rechtsmäßigen Vertrag und auch keinen Eintrag in das Grundbuch. Die Ungereimtheiten waren dem Betreuer der Seniorin aufgefallen. Die Staatsanwaltschaft hatte Weihbischof Bündgens bereits im Oktober 2019 angeklagt. 

Weihbischof hat Geld zurückgezahlt 

Daraufhin hatte der Weibischof bekannt gegeben, dass er seine kirchlichen Ämter erst einmal ruhen lässt. Das Geld soll der 65-Jährige zwischenzeitlich komplett zurückgezahlt haben. Eigentlich sollte der Prozess gegen den Geistlichen bereits im vergangenen Oktober stattfinden. Doch nach einer Krankheit war Bündgens nicht verhandlungsfähig. Der Aachener Bischof Dieser hatte auf die Vorwürfe gegen seinen Weihbischof schockiert reagiert und auf eine vollständige Aufklärung bestanden.

Bündgens erschien nicht selbst

Bündgens selbst war vor Gericht am Dienstag nicht anwesend. Sein Anwalt erklärte, dass sein Mandant nicht verhandlungsfähig sei. Auch zur Sache äußerte sich der Verteidiger nicht. Er will gegen den Strafbefehl Berufung einlegen. Sollte er dies tun – so der Richter – dann werde ein unabhängiger Gutachter den Gesundheitszustand des Weihbischofs prüfen.

Weihbischof soll Alleinerbe sein 

Mit dem Gerichtstermin ist die juristische Auseinandersetzung für den Weihbischof jedoch nicht zu Ende. Johannes Bündgens soll auch der rechtmäßige Erbe des Vermögens seiner Bekannten aus Kerpen sein. Auch das soll noch vor Gericht geklärt werden.

Die ältere Dame aus Kerpen ist inzwischen verstorben.

Stand: 13.07.2021, 11:22

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