Aachen: Tochter muss Beerdigung der Mutter nicht zahlen

Mehrere Grabsteine und ein Jesus-Kreuz auf einem Friedhof

Aachen: Tochter muss Beerdigung der Mutter nicht zahlen

  • Tochter klagte gegen Übernahme von Bestattungsgebühren
  • Seit 30 Jahren bestand kein Kontakt zur Mutter
  • Tochter beauftragte die Beisetzung nicht
  • Gericht gibt der Tochter Recht

Eine Tochter muss die Bestattungskosten ihrer Mutter nicht bezahlen. Das hat das Verwaltungsgericht Aachen am Freitag (15.02.2019) entschieden.

Klägerin wollte nicht zahlen

Rotes Backsteingebäube mit einer Hofeinfahrt, davor eine Stele mit der Aufschrift Justizzentrum

Justizzentrum in Aachen

Die Tochter hatte die Gemeinde Simmerath verklagt, weil sie nicht für die Kosten der Beerdigung aufkommen wollte. Gestritten wurde vor Gericht um Bestattungsgebühren in Höhe von rund 1.000 Euro. Die waren angefallen, als die Verstorbene vor drei Jahren in einem anonymen Urnenreihengrab beigesetzt wurde. Ihr Lebensgefährte hatte das so veranlasst. Kurz danach starb der Mann. Die Rechnung für die Bestattung seiner Partnerin blieb somit offen.

Tochter in Pflegefamilie aufgewachsen

Um an das Geld zu kommen, wandte sich die Gemeinde Simmerath an die Tochter der Verstorbenen. Doch die weigerte sich zu zahlen. Sie habe seit 30 Jahren keinen Kontakt mehr zur Mutter gehabt, argumentierte die Frau. Sie sei erst bei einer Tante, später bei einer Pflegefamilie aufgewachsen.

Gericht gibt der Tochter Recht

Zudem habe sie das Erbe der Mutter ausgeschlagen und von deren Tod erst durch die Gemeinde erfahren. Auch habe nicht sie, sondern der zwischenzeitlich verstorbene Lebensgefährte der Mutter die Bestattung in Auftrag gegeben. Diesem Argument folgte das Gericht. Weil die Tochter die Bestattung nicht in Auftrag gegeben hat, so das Gericht, muss sie auch für die Kosten nicht aufkommen. Zahlen sollen jetzt die Nachkommen des verstorbenen Lebensgefährten der Mutter.

Streit um die Bezahlung eines Grabes beendet

00:21 Min. Verfügbar bis 15.02.2020

Stand: 15.02.2019, 13:54