Körperverletzung: Verfahren eingestellt

Die Anklagte berät sich mit ihrer Anwältin im Wuppertaler Landgericht

Körperverletzung: Verfahren eingestellt

  • Lebensgefährtin des Solinger Ordnungsdezernenten muss 2000 Euro zahlen
  • Sie entschuldigte sich per Brief
  • Gericht stellt Berufungsverfaren ein

Wegen falscher Verdächtigung war die Frau im März 2019 vom Amtsgericht Solingen zu einer Geldstrafe von 1400 Euro verurteilt worden. Die Richterin sah es als erwiesen an, dass die Frau einen Mitarbeiter des Ordnungsamts zu Unrecht der Körperverletzung bezichtigt hatte. Der Mann sei ihrem Wusch in einer Gewerbeangelegenheit nicht nachgekommen. Daraufhin habe er sie vor die Tür seines Büros im Solinger Rathaus geschoben.

Mitarbeiter strafversetzt

Der Mitarbeiter wurde nach den Anschuldigungen zunächst strafversetzt, konnte sich aber vor dem Arbeitsgericht erfolgreich zur Wehr setzen. Dass die Frau die Lebensgefährtin seines obersten Chefs ist, erfuhr er nach eigenen Angaben erst später. Der Mitarbeiter ist inzwischen pensioniert.

Berufungsverfahren

Am Dienstag (17.09.2019) ging das Verfahren gegen die Lebensgefährtin des Solinger Ordnungsdezernenten in die zweite Instanz. Das Berufungsverfahren fand vor dem Landgericht Wuppertal statt. Die Frau betonte, ihr sei damals im Ordnungsamt "übel mitgespielt" worden, man habe sie gewaltsam vor einen Kopierer gestoßen. Ihre Anwältin sprach sogar von einer Demütigung, da ihre Mandantin nach Abschlüssen zu ihrer Ausbildung befragt worden war.

Plötzlicher Sinneswandel?

Soweit der Stand der Dinge am Dienstag (17.09.20017). Inzwischen aber hat die Frau offenbar dem Mitarbeiter über ihre Anwaltskanzlei ein Entschuldigungsschreiben zukommen lassen. Das sagte ein Gerichtssprecher. Das Verfahren wird nun eingestellt - jedoch gegen eine Geldauflage, die deutlich über der ursprünglichen Geldstrafe liegt.

Stand: 19.09.2019, 13:54