Prozess gegen mutmaßliche Drogen-Großhändler startet

Das Justizzentrum in Aachen mit dem Landgericht.

Prozess gegen mutmaßliche Drogen-Großhändler startet

Vor dem Aachener Landgericht hat am Donnerstagmorgen ein Prozess gegen zwei Männer aus Merzenich begonnen. Die beiden 44 und 26 Jahre alten Angeklagten sollen laut Anklage in großem Stil Kokain von den Niederlanden und Belgien über Deutschland nach Italien geschmuggelt haben.

Daran war nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft eine ganze Bande beteiligt. Der ältere der beiden Männer soll einer der Chefs der Organisation gewesen sein, der jüngere einer der Drogenkuriere. Seit 2016 gab es offenbar regelmäßige Fahrten von niederländischen und belgischen Häfen, wo Kokain aus Südamerika ankam, nach Bologna in Italien.

Professionelle Vorgehensweise

Dabei sollen die Drogenkuriere der Bande laut Anklage wechselnde Autos eingesetzt haben. Diese waren vorher besonders umgebaut worden: Sie hatten mehrere Geheimfächer, in denen Drogen versteckt werden konnten. Pro Fahrt brachte die Bande nach Angaben der Staatsanwaltschaft rund 10 Kilogramm Kokain in diesen Fächern unter. Das Rauschgift wurde dann in Bologna von Kontaktleuten in Empfang genommen.

230 Kilo Kokain

Diese Fahrten zogen sich bis zum Februar 2020 hin, als die Bande aufflog. Insgesamt, so glaubt die Staatsanwaltschaft, sind mindestens 230 Kilogramm Kokain geschmuggelt worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass die mutmaßlichen Drogenhändler damit einen Umsatz von rund sechs Millionen Euro gemacht haben.

Stand: 05.08.2021, 12:08

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