Umwelt-Protest vor Shell-Raffinerie in Wesseling

Umwelt-Protest vor Shell-Raffinerie in Wesseling

Bei Shell in Wesseling haben Umweltaktivisten am Freitag mehrere Zufahrten zur Raffinerie sowie den Wasserweg zum Godorfer Hafen blockiert. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an.

Einige der Aktivisten hatten sich am Freitag (07.08.2020) an Betonblöcke gekettet, andere schaukelten an Metallgerüsten in mehreren Metern Höhe. Außerdem blockierten die Aktivisten auch auf dem Rhein in Kajaks die Ein- und Ausfahrt von Schiffen der Raffinerie in Godorf. Die Aktion trug den Namen "No (S)hell on earth", wie es in einer Pressemitteilung heißt. Beteiligt waren laut den Aktivisten "Ortsgruppen von Fridays for Future, Extinction Rebellion, der Interventionistischen Linken, Ende Gelände, sowie lokale Antifa Gruppen und viele selbstorganisierte Aktionsgruppen in ganz Deutschland."

Massiver Polizeieinsatz

Die Polizei war mit einem Großaufgebaut vor Ort. Die Kajak-Blockade der Hafeneinfahrt konnte zum frühen Nachmittag hin aufgelöst werden. Ebenfalls konnte eine Einheit der Polizei einen der Aktivisten von einem Seil holen, das die Protestierenden zuvor im Godorfer Hafen gespannt hatten. Der Aktivist hatte so verhindert, dass am Anleger der Raffinerie Schiffe anlegen konnten.

Aktivisten sitzen in Warnwesten vor der Shell-Raffinerie in Wesseling

Aktivisten blockieren die Einfahrt zu einem Tor der Wesselinger Shell-Raffinerie

Vor einer Einfahrt zum Werksgelände hatten sich einige Aktivisten an mit Beton gefüllte Ölfässer gekettet. Die Polizei hatte Mühe, die Demonstranten von den Fässern zu befreien.

Erdölförderung in der Kritik

Vor einem Schiffsanleger fahren Umweltaktivisten auf dem Rhein mit Kajaks umher

Aktivisten blockieren in Kajaks den Schiffsanleger der Wesselinger Raffinerie Shell

Die Aktivisten wollten mit ihrem Protest auf Umweltskandale hinweisen, die sich bei Shell in den vergangenen Jahren ereignet haben. Zuletzt war durch ein Leck in einer Leitung unbemerkt eine große Menge Öl ins Grundwasser gesickert. Sie fordern eine Schließung der Raffinerie. Eine Sprecherin teilte mit, die Aktion bei Shell in Wesseling sei Teil einer bundesweiten Protestaktion gegen Klima- und Umweltzerstörung.

Shell gibt Statement ab

Rheinland Raffinerie von Shell in Wesseling

Die Rheinland Raffinerie von Shell in Wesseling

Shell meldete sich schriftlich zu den Protesten gegenüber dem WDR zu Wort. In einer Mitteilung heißt es: „Wir haben erst kürzlich unsere Klimaambitionen deutlich erhöht. Bis 2050 oder früher, im Einklang mit der Gesellschaft, wollen wir ein Energiegeschäft mit Netto-Null-Emissionen betreiben. Wir werden weiterhin mit unseren Kunden, Aktionären, politischen Entscheidungsträgern und der Gesellschaft zusammenarbeiten, um gemeinsam die Energiewende voranzubringen. Und zugleich unternehmen wir unverändert Anstrengungen zu zeigen, dass unsere ehrgeizige Ambition mit dem Pariser Abkommen und dem Ziel der Gesellschaft, den durchschnittlichen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, in Einklang steht.“

Wie Energiekonzerne den Klimawandel vertuschen: Die geheimen Machenschaften der Ölindustrie die story 05.08.2020 01:46:01 Std. UT Verfügbar bis 05.08.2021 WDR Von Johann von Mirbach

Stand: 08.08.2020, 11:14