Postbank: Tarifverhandlungen mit Verdi sind gescheitert

Postbank-Tarifverhandlungen gescheitert WDR aktuell 10.09.2019 00:27 Min. Verfügbar bis 10.09.2020 WDR

Postbank: Tarifverhandlungen mit Verdi sind gescheitert

Von Jörg Sauerwein

  • Dritte Tarifverhandlungsrunde mit Postbank abgebrochen
  • Gehaltsangebot der Postbank sei "pure Provokation"
  • Verdi fordert sieben Prozent mehr Lohn

Die Tarifverhandlungen zwischen der Postbank und Verdi sind gescheitert. Die Gewerkschaft hat die dritte Verhandlungsrunde in Königswinter am Montag (09.09.2019) abgebrochen. Mehrere hundert Postbankmitarbeiter hatten mit Trillerpfeifen und Rasseln vor dem Tagungshotel in Königswinter noch einmal ihre Forderungen nach mehr Geld lautstark unterstrichen.

Angebot der Postbank "Keine Grundlage für Verhandlung"

"Die Zeichen stehen auf Sturm" hatte Verdi-Verhandlungsführer Jan Duscheck schon vor den Gesprächen mit der Arbeitgeberseite gesagt. Zur dritten Verhandlungsrunde hatte die Postbank zwar ein konkretes Gehaltsangebot mitgebracht. Das aber sei viel zu weit von den Forderungen der Gewerkschaft entfernt und keine Grundlage für eine ernsthafte Verhandlung, sagte Duscheck nach dem Abbruch der Gespräche in Königswinter bei Bonn.

Verdi-Vertreter sollen mit Blick auf das Arbeitgeberangebot unter anderem von einer "Unverschämtheit" und "purer Provokation" gesprochen haben. Deshalb hat sich die Gewerkschaft entschieden, die Verhandlungen zu beenden und in den kommenden Tagen eine Urabstimmung vorzubereiten.

Weitere Streiks erwartet

Stimmen die Mitglieder bei der Postbank zu, könnte es ab Oktober zu deutlich längeren und großflächigen Streiks kommen. Aber auch schon in den kommenden Wochen werde es voraussichtlich weitere Warnstreiks geben, heißt es von Verdi.

Verdi fordert sieben Prozent mehr Lohn

Im Tarifkonflikt bei der Postbank fordert die Gewerkschaft unter anderem sieben Prozent mehr Lohn, für die unteren Lohngruppen mindestens ein Plus von 200 Euro. Von der Arbeitgeberseite hieß es dazu, das Forderungspaket sei "enorm schwer". Man könne sich aufgrund der schwierigen Zinssituation keine weiteren Kostenbelastungen leisten.

Stand: 10.09.2019, 09:04

Kommentare zum Thema

3 Kommentare

  • 3 Hannes K. 10.09.2019, 14:22 Uhr

    Den Preis für Privatisierung zahlen immer die Arbeitnehmer, oft auch die Kunden. Das sind Folgen vom weltoffenen Neoliberalismus: Löhne auf Talfahrt, Zinsen sind abgeschafft, Staaten bis über die Ohren verschuldet; aber das Geld ist nicht weg, es hat nur ein anderer, sehr wenige. Gehen jetzt die Zinsen hoch, gehen die Staaten an der Zinslast in den Konkurs; zahlt der Unternehmer ordentliche Löhne geht der Unternehmer Pleite und der Lohndrücker wächst. Jeder Streik für die Verbesserung der Lebensbedingungen hat meine volle Sympathie. Jetzt ist bei den Bankangestellten nicht unbedingt die größte Not. Wir bräuchten einen Generalstreik zu Verbesserungen auf ganzer Linie. Wenn das wegen den Unterschieden im Lohnniveau innerhalb der EU nicht geht brauchen wir neben den Brexit noch einen Dexit.

  • 2 Florian Licht 10.09.2019, 13:36 Uhr

    Eine Farce das Ganze

  • 1 Peter Wackel 10.09.2019, 12:02 Uhr

    Die Mitarbeiter der Niederlassung der DB Privat- und Firmenkundenbank AG sollten sich vorranging um den Erhalt ihrer Arbeitsplätz Sorgen machen auch wenn sie nichts dafür können wenn eine abgestürzte Zockerbank wie die DB sich auf Kosten der Mitarbeiter sanieren will und tausende Arbeitsstellen streicht.

    Antworten (1)
    • Sparen egal wen es kostet 10.09.2019, 17:28 Uhr

      "Seien Sie froh, dass Sie Arbeit haben", war schon in den 70er Jahren ein gern verwendetes Argument, wenn man sogar als Abteilungsleiter nichts ändern konnte.

Weitere Themen