Gründer des Aachener Elektroautobauers e.GO verlässt Unternehmen

Frontansicht mehrerer weißer e.Go Modelle nebeneinander.

Gründer des Aachener Elektroautobauers e.GO verlässt Unternehmen

Von Jens Tervooren

Er hatte sich zwischenzeitlich den Spitznamen "Schreck der Autoindustrie“ erarbeitet – der Gründer des Aachener Elektrobauers e.Go – Günther Schuh. Jetzt verlässt der Aachener RWTH-Professor das Unternehmen.

Nach einer langen Reihe von Rückschlägen will das Unternehmen in den nächsten Wochen die Produktion des Elektrowagens e.Go live wieder starten. Aber warum zieht sich Günther Schuh ausgerechnet jetzt aus seinem Unternehmen zurück?

Der Lotse geht von Bord

Prof. Günther Schuh

Er war der Macher, der Krisenmanager, der Geldbeschaffer und ein Überzeugungstäter. Nur wenige Unternehmen sind so mit dem Namen ihres Gründers verbunden wie e.Go mit Günther Schuh. Doch ganz anders als bei all den früheren Nachrichten, die den Aachener Elektroautobauer betrafen, hält sich der RWTH-Professor zurück. In einem offiziellen Statement heißt es schlicht: "Für Prof. Schuh ist jetzt die Zeit gekommen, sich wieder auf seine Institute (…) und seine Tätigkeit als Hochschulprofessor der RWTH Aachen University zu fokussieren.“

e.Go wächst ohne seinen Gründer

Nach der Insolvenz des Unternehmens im Sommer letzten Jahres hatte Schuh mit der niederländischen ND Gruppe einen neuen Geldgeber gefunden. Die Firma wurde umbenannt in die "next e.Go mobile SE“, und Günther Schuh gab den Posten des Geschäftsführers ab. Trotzdem blieb er aktiv. Anfang des Jahres kam die Nachricht, "externe Geldgeber investieren 30 Millionen Euro ins Aachener Unternehmen". Das wurde Zeit, denn e.Go hatte seit dem Lockdown keine Autos mehr gebaut. Doch im Juni soll es wieder losgehen mit der Produktion. Die Firma scheint nach all den Rückschlägen auf einem guten Weg. Nur ihr Gründer wird wohl wieder häufiger im Hörsaal anzutreffen sein.

Back to the roots

Den Austausch mit den Studenten, die Forschung an der Uni und auch die Vorlesungen, das ist etwas, was Günther Schuh nach eigener Aussage schon immer geliebt hat. Aber ist es wirklich sein Wunsch, wieder mehr als Hochschuldozent zu arbeiten? Gab es Unstimmigkeiten im Unternehmen? Oder wollte der Workaholic Schuh mit über 60 Jahren langsam von seiner 80-Stunden-Woche weg? Bis er sich dazu offiziell äußert, wird sicher weiter über die Gründe seines Rückzugs spekuliert.

Stand: 07.06.2021, 18:44