Kölner Hbf: Bundespolizei klagt über Funklöcher

Bundespolizisten an einem Bahnhof

Kölner Hbf: Bundespolizei klagt über Funklöcher

Von Frank Piotrowski

  • Gefahr durch Funklöcher
  • Problem seit Jahren bekannt
  • Techniker suchen jetzt nach einer Lösung

Bundespolizisten im Kölner Hauptbahnhof können sich nicht auf ihre Funkgeräte verlassen. In zahlreichen Bereichen des größten Bahnhofs in NRW bleiben die Funkgeräte stumm: Funkloch. Das soll unterem anderem die Bahnhofstoilette, einzelne Ladenlokale aber auch Teile der Geschäftspassage betreffen. Für Polizisten und die Besucher des Bahnhofs kann das gefährlich werden. Beispielsweise wenn sich bei einem Polizeieinsatz jemand massiv gegen seine Festnahme wehrt. Stehen die Polizisten im Funkloch, können sie nicht per Tastendruck schnell Hilfe rufen, sondern müssen umständlich zum Handy greifen. Und das in einer Situation, in der jede Sekunde zählt.

Signale werden bei Großeinsätzen verstärkt

Damit es bei Großveranstaltungen in heiklen Situationen nicht zu Problemen mit dem Funk kommt, hat die Polizei bereits eingegriffen: Ein Mitarbeiter der Bundespolizei bestätigte, dass bei Großveranstaltungen sogenannte „Repeater“ aufgestellt werden, die die Funksignale verstärken. Doch nicht jeder Großeinsatz ist planbar. Das zeigte etwa die Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof im vergangenen Jahr.

Elektroleitungen stören Funkempfang

In dieser Woche waren deshalb Funktechniker im Kölner Hauptbahnhof unterwegs, um die Funklöcher mit Messungen zu erfassen und nach einer dauerhaften technischen Lösung zu suchen. Auch in anderen Städten müssen Bahnhöfe wegen Funkproblemen nachgerüstet werden. Die Hochspannungsleitungen und viel Technik auf engstem Raum begünstigen Störungen. Ausgerechnet der stark frequentierte Kölner Hauptbahnhof stand bisher aber offenbar nicht auf der Prioritätenliste. Voraussichtlich müssen für den Einbau neuer Technik zahlreiche Wände aufgeschlitzt werden. Noch ist unklar, wann die Arbeiten beginnen sollen.

Stand: 21.11.2019, 09:57

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