Posttower feiert 20-jähriges Jubiläum

03:25 Min. Verfügbar bis 05.07.2023

Bonner Posttower feiert 20-jähriges Jubiläum

Stand: 05.07.2022, 13:51 Uhr

Vor 20 Jahren wurde nach nur zweieinhalb Jahren Bauzeit das höchste Bürogebäude NRWs eröffnet: Der Posttower.

Von Ditmar Doerner

Im Jahr 2002 wurde das höchste Bürogebäude in NRW in Betrieb genommen. Seitdem arbeiten rund 2.000 Postler in der Konzernzentrale im ehemaligen Bonner Regierungsviertel. Trotz verschiedener Proteste dauerte es damals nur zweieinhalb Jahre, bis die beiden 162,5 Meter hohen Halbellipsen von Stararchitekt Helmut Jahn fertiggestellt wurden.

Anwohner versuchen, Bau der Postzentrale zu verhindern

Vor der entscheidenden Posttower-Abstimmung im Bonner Rat haben sich mehr als 100 Gegner des Projekts vor und im Bonner Ratssaal versammelt. Eine von ihnen ist besonders entsetzt über die Bonner Hochhauspläne: "Es reicht, dass der Lange Eugen gebaut worden ist, es ist wirklich eine schlimme Geschichte gewesen. Ich hätte es als Großtat empfunden, wenn man sich entschlossen hätte, dieses Ding zu sprengen. Und was macht man? Man setzt noch eins daneben." Die Posttower-Gegner führen als Argumente die Verschandelung auf die Sicht zum Siebengebirge an und heftige Fallwinde in unmittelbarer Nähe des Towers. Aber davon lässt sich der Bonner Stadtrat nicht überzeugen, er stimmt für das Projekt.

Post verwirklicht Großprojekt

Der Startschuss für den Bau fällt im August 2000, vor 22 Jahren wird der Grundstein gelegt. Die gesamte Bauzeit beträgt nur zweieinhalb Jahre. 800 Arbeiter haben jeden Tag auf der immer höher werdenden Baustelle zu tun. Am Ende haben sie 16.000 Tonnen Stahl und 80.000 Kubikmeter Beton verbaut, Techniker 4.500 Kilometer Elektrokabel verlegt. Ende 2002 ziehen dann knapp 2.000 Postler in die neue Unternehmenszentrale. Innerhalb von 96 Stunden werden 20.000 Umzugskartons von den alten Büros im ehemaligen Regierungsviertel in den neuen Turm transportiert, ein Crash-Umzug. Bau und Ausstattung des Posttowers kostet den Konzern geschätzte 400 Millionen Euro.

Zum Teil schmerzhafte Eingewöhnungszeit

Weil der Posttower zum größten Teil gläsern ist – die beiden versetzt stehenden Halb-Ellipsen bestehen unter anderem aus 50.000 Quadratmetern Glas - kommt es vor allem in den ersten Monaten immer wieder zu Unfällen. Mitarbeitende laufen gegen Glastüren, verletzen sich zum Teil sogar so schwer, dass sie in ein Krankenhaus gebracht werden müssen. Nach 20 Jahren passiert das nun so gut wie nicht mehr, Notfall-Einsätze wie in den Anfangstagen bleiben aus. 

Über dieses Thema haben wir am 04. Juli 2022 im WDR Fernsehen berichtet: Lokalzeit aus Bonn, 19:30 Uhr

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