Polizeipräsident erhebt Vorwürfe gegen "Ende Gelände"

Polizeipräsident erhebt Vorwürfe gegen "Ende Gelände"

  • 16 verletzte Polizisten
  • Einsatzkonzept sei aufgegangen
  • Lob für "Fridays for Future"

Nach den Braunkohleprotesten rund um den Tagebau Garzweiler hat die zuständige Aachener Polizei am Mittwoch (26.06.2019) Bilanz gezogen. Polizeipräsident Dirk Weinspach betonte, dass das Einsatzkonzept aufgegangen sei. Die Polizei habe eine Vielzahl von friedlichen Versammlungen und Klimaschutzprotesten geschützt.

Gesetzeswidrige Aktionen

Die Proteste des Aktionsbündnisses "Ende Gelände" bezeichnete der Polizeipräsident als gesetzeswidrig. Rund 1.000 Umweltaktivisten waren am Samstag (22.06.2019) in den Tagebau eingedrungen. "Polizeibeamte sind dabei massiv angegangen worden, sie wurden überrannt, weggestoßen", schilderte Weinspach die Situation.

Tatverdächtige hätten bei ihrer Festnahme massiven Widerstand geleistet. 16 Beamten sind nach Angaben der Polizei verletzt worden. Bisher wurden 75 Strafanzeigen gegen Demonstranten gestellt.

Vorwürfe gegen Polizisten wird geprüft

22.06.2019, Keyenberg: Aktivisten vom Aktionsbündnis «Ende Gelände» stehen und sitzen umringt von der Polizei am Rand des Tagebaus.

Das Aktionsbündnis "Ende Gelände" spricht dagegen von Polizeigewalt - und von fünf Schwerverletzten. Sie sollen unter anderem Brüche erlitten haben.

Weinspach betonte, dass die Vorwürfe gegen einzelne Beamte geprüft werden. Die Bilder, die derzeit in den sozialen Netzen kursieren, seien aber nicht prägend für den Einsatz. Sollten sich die Vorwürfe gegen die Beamten erhärten, dann würden Ermittlungen von einer anderen Polizeibehörde aufgenommen, stellte der Polizeipräsident klar.

Beamten aus dem gesamten Bundesgebiet waren am vergangenen Wochenende rund um den Tagebau Garzweiler im Einsatz.

36.000 Teilnehmer bei Fridays for Future

Lob bekam die Bewegung "Fridays for Future" für ihre Proteste am vergangenen Freitag (21.06.2019) in Aachen. Hier sei es zu keinen Zwischenfällen gekommen.

Die Polizei konnte sich nach eigener Aussage auf die Regelung der Verkehrs konzentrieren. Rund 36.000 Teilnehmen hatten an dem Freitagsprotest teilgenommen.

Stand: 26.06.2019, 17:40